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[Region IV] Im Teppichladen

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Freitag, 17. Mai 2019, 15:02

Im Teppichladen

Kolios - genannt 'der Käse' - galt für viele Angehörige des organisierten Verbrechens von Konstantinopel als Verbindungsmann zwischen all jenen, die in der Stadt und deren Umland tätig waren und der Führungsriege der byzantinischen Unterwelt. Nur die wenigsten bekamen die zu sehen, die im Dunkeln verborgen waren und die Strippen zogen, die tief in der ganzen Stadt verwurzelt waren und die ihre Augen und Ohren überall hatten. Doch viel wichtiger für Markos war, dass Kolios über alles, was in der Stadt vor sich ging, Bescheid wusste.
Der Teppichladen des Informanten, dessen echten Namen nur wenige kannten, waren doch sowohl Kolios als auch "Käse" nur Decknamen, lag in der Region IV. Das Geschäft lief mittelmäßig, galt es doch nur als Tarnung für die illegalen Aktivitäten. Fremde verirrten sich nur selten in das heruntergekommene Haus in einer Seitengasse der Region, das einen seltsam muffigen Geruch von sich gab, der den alten Teppichen und Bettvorlegern geschuldet war. Kolios hielt sich mit Informationen über Wasser, doch zwang er jeden, der zu ihm kam, ihm bei jedem Besuch einen Teppich abzukaufen. Es muss nicht extra erwähnt werden, dass Markos ganze Berge von Teppichen erworben hatte, um sich die Dienste des Käses zu sichern.
Auch heute kam er gleich mit zwei Aufträgen in den Laden des Mafiosos, wobei einer eine ungeahnte Brisanz entwickeln würde.



"Markos", grüßte der eine Händler den anderen und legte ein Papier zur Seite, mit dem er gerade beschäftigt gewesen war. Er kam hinter seinem Tresen hervor und ging mit seinem Gast in den Nebenraum, wo man sicher vor unerwarteten Kunden war, die den Verkaufsraum jederzeit betreten konnten, es aber in der Regeln nicht taten. Die verfallene Fassade, die mit Rissen und Efeu übersät war, der ungepflegte Vorgarten und die teils beschädigten, schmutzigen und verschmierten Scheiben waren alles andere als einladend, aber genau richtig für einen Verbindungsmann der Mafia, der keine ungebetenen Gäste in seinem Etablissement haben wollte.
"Du warst lange nicht mehr hier. Wie kann ich dir helfen?", fragte der Käse und setzte sich ein verschmitztes Grinsen auf.

"Kolios", grüßte Markos ebenso knapp zurück und folgte dem Händler in den Nebenraum. Dort angekommen ging er in die Mitte des Raumes und ignorierte den ganzen Dreck und Staub, der sich hier über die Jahre angesammelt hatte. Ohne Umschweife oder großes Geplauder kam er zum Geschäftlichen. "Zwei Aufträge, alter Freund", begann er nun zertrat eine Schabe, die an ihm vorbei krabbelte.
Kolios nickte.

"Um wen geht es diesmal?"
"Bardas Phokas und seine Schwuchtel von Sohn." Der Auftrag, den Ruf der beiden zu ruinieren, kam von Nikolaos Argyros, der Markos fürstlich bezahlt hatte. Diesen Konstantinos Phokas fertig zu machen, würde recht einfach sein, lieferte er seinen Feinden doch selbst mehr als genug Munition. Da man selbst über Verbindungen in den Palast verfügte, würde man auch bald von dem Konflikt des Architekten mit dem Protovestiarios erfahren, den man sich zu nutze machen konnte. "Ich brauche Informationen. Je dreckiger, desto besser. Wir müssen jedoch vorsichtig sein, dieser Nikolaos Argyros wollte auch den Patriarchen fallen sehen."
Markos ging ein wenig auf und ab, dann drehte er sich wieder zu Kolios.
"Außerdem brauche ich Informationen über einen Anastasios Doukas. Anscheinend ist er bereits vor Monaten verschwunden. Meinen Informationen nach war er im Patriarcheion tätig."


Bei der Erwähnung des patriarchalen Palastes wurde der Käse hellhörig. "Im Patriarcheion? Das könnte schmutzig werden, das weißt du doch, ja? Ich werde jedoch sehen, was ich tun kann."
Markos nickte. So mächtig die eigenen Freunde auch waren, so wichtig war es auch, sich nicht mit den falschen Leuten anzulegen. Nun schritt Markos voran zurück in den Vertkaufsraum, deutete auf zwei besonders abscheuliche Teppiche und ging in Richtung Ausgang. "Schick mir die Teppiche und die Rechnung nach Hause."


"Immer schön, mit dir Geschäfte zu machen!", rief Kolios dem Sklavenhändler hinterher. "Aber denk dran, ich liefere nicht frei Haus!" Kichernd zog sich der Käse wieder hinter seinen Tresen zurück und griff nach einem Buch. Es war an der Zeit, einige Informationen zu beschaffen.