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Rhomäisches Reich: Der Papst besucht Konstantinopel. Die Sicherheitsmaßnahmen sind enorm verschärft worden, während die Behörden sich um Aufklärung des Anschlags bemühen.
Armenien: Sämtliche Zölle zwischen Armenien und dem Reich wurden aufgehoben. Das Kaiserreich plant den Bau einer Zweigstelle der Kaiserlichen Kreditanstalt in Kars.

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Mittwoch, 8. Mai 2019, 15:26

Die graue Eminenz

Seitdem beim Fürsten Alberich II. von Spoleto im vorigen Herbst die Schwindsucht diagnostiziert worden war, machte er sich rar im öffentlichen Leben Roms. Es wechselten sich gute mit schlechten Phasen ab, die ihn zunehmend einschränkten, aber nicht völlig von der Bildfläche verschwinden ließen. Sein Sohn Octavian war seit beinahe einem Jahr Papst, so dass die Kontrolle der Ewigen Stadt auch nach Alberichs Tod beim Hause Spoleto liegen würde. Da sich sein jüngerer Sohn Gregor als unfähig erwiesen hatte, tendierte der Familienpatriarch mittlerweile dazu, dass Octavian alias Ioannes XII. einst die volle Hausmacht übernehmen sollte. Gregor war zudem nicht in der Lage, trotz seiner nun bestehenden Ehe mit Marozia Crescentia einen männlichen Erben zu zeugen, so dass der Vater erwog, notfalls zu einer List zu greifen. Sollte doch der Papst selbst die Crescentierin schwängern, offiziell wäre es eben Gregors Sohn. So gäbe es auch in der Zukunft einen legitimen Spoleto.

Aus Konstantinopel vernahm man derweil beunruhigende Nachrichten. Offenbar war der Apostolische Legat Kardinal Lucas Crescentius wie irgendein Gemeiner zeitweise eingesperrt und gar gefoltert worden. Obwohl Alberich lange Zeit der größte Gegner der Crescentier war, hatte sich die Situation seit der Eheverbindung gewandelt. Zudem war es ja gerade auch ein Angriff auf die päpstliche Autorität, wenn sein Stellvertreter derart behandelt wurde. Probleme machte dieser General Argyros, dessen Name schon in der Vergangenheit berüchtigt gewesen war. Alberich verfolgte diese Dinge aus der Ferne und gab seinem Sohn ab und an nützliche Ratschläge.

Im Gegensatz zum Neuen Rom war es in der Ewigen Stadt die letzten Monate über auffällig ruhig gewesen. Die Herrschaft des Spoleto-Papstes war weithin unumstritten, das Volk zufrieden. Das Pontifikat Ioannes' XII. galt schon heute als Meilenstein, wusste der junge Pontifex doch, wie man die Massen hinter sich brachte. Von dem geisteskranken zeitweiligen Gegenpapst sprach in Italien kein Mensch mehr. Immerhin lieferte er die Vorlage für die großartigen Schelmenromane des Enrico di Palazzo, den mittlerweile nobilitierten Schriftsteller aus Rom, die auch Alberich schon mit Genuss verschlungen hatte.

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