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[Gemächer des Ioustinianos Doukas] Der Dishypat beim Minister II

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Dienstag, 7. Mai 2019, 18:10

Der Dishypat beim Minister II

In den Räumen des Doukas angekommen, bot Ioustinian dem ehrenwerten Dishypat sogleich einen Stuhl an und setzte sich danach ihm gegenüber ebenfalls hin, sodass man vernünftig sprechen konnte. "Etwas Wein?“, fragte er und ließ sich selbst schon davon einschenken. "Hattet Ihr noch eine angenehme Konversation mit jenen Damen im kaiserlichen Garten?“, fragte er etwas lachend. Er konnt sich diesen Mann gar nicht als einen großen Frauenheld oder Charmeur vorstellen. Er wunderte sich, wie der Peter die Bekanntschaft solch ansehnlicher Frauen gemacht hatte und was daraus geworden war. "Dann zum Geschäftlichen!“, wollte er sodann auf den Grund des Besuches des Baumeisters eingehen. "Was habt Ihr denn bisher so errichtet an Bauwerken, werter Dishypat?“ Dies wäre interessant, um sich ein noch besseres Bild seiner Fähigkeiten zu machen. "Im Raum stünde momentan eine von den Doukai getragene Renovierung der Sergios-und-Bakchos Kirche.“ Bemerkte er schonmal grundsätzlich seine Intentionen. Diese Kirche lag unweit der Doukas-Residenz und war in keinem guten Zustand. Nach einer Renovierung könnte der Doukas dort auch wieder die Gottesdienste besuchen, vielleicht sogar zusammen mit seinem Bruder Ioannes.

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Dienstag, 7. Mai 2019, 19:05

Also erreichte man das genannte Arbeitszimmer , wohin ihn der Dukat geleitete , nachdem er allzu lang im Empfangssaal verweilt.
Peter ward Wein angeboten , doch hob er den leeren Bierkrug , den er mitgenommen , und setzte an : Ich wähl neuerlich den Gerstensaft.
Denn der Wein war mehr ein Getränk der Ytaliener und Griechen , Peter aber entstammte den nördlicheren Gefilden und trank lieber ein Bier.
s'ward gar ein Missverständnis im Gange , die holden Damen verkannten wohl die Echtheit der Barren , die nun in Eurem Besitz sich befinden.
Ich hoff , sie genügen der Excellenz als Vergütung und Vertragung , war da doch unnötig böses Blut inmitten uns.
Denn was nutzte eine Befehdung , wo man doch besser cooperierte zum gemeinsamen Nutzen , dachte sich Peter , der auf sein Bier wartete.
Meine Referenzen sind gar stattlich , schätzt man meine Baukunst doch von Petersburgk östlich der Elben bis Augsburgk im Schwäbischen.
Zu meinen grössten Bauwerken zählen : 1. ) der Dom zu Petersburgk nebst Zölestin=Thurm , gar berühmt , 2. ) die ertzbischöfliche Residenz

alldorten , genannt Zölestin=Hall , nebst Latrine , 3. ) der hochberühmte Steinbrucken allda , welcher den Zölestin=Strom überspannt ,
3. ) bald zwey Dutzend Ställe und Kornkammern im östlichen Frankenreich wie auch in Alemannien , besonders im Schwabenlande ,
4. ) die Hynckel'sche Mühle bei Frohse an der Elben , 5. ) weitre Latrinen in ganz Teutschland , bis gen Ytalien, wie auch 6. ) eine Reihe an
Hundehütten , nicht zu vergessen 7. ) zahllose Renovationen , zuletzt allhier zu Konstantinopol.
Damit war Peters Referenzstatus als Bauherr und Pontifikator bestätigt und ausgeführt.
Diese Renovation wöllt ich gern übernehmen , doch rat ich zuvörderst zu einer sölichen hier vor Ort , wo doch die Stabilität des Gemäuers gar
bedenklich erscheint ; verweis ich auf das morsche Thor am Portal , wo im Übrigen ein Wächter mit Namen Nektar Appel sich ungeziemlich gab.

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Dienstag, 7. Mai 2019, 19:36

"Euch wird sogleich weiterer Gerstensaft eingeschenkt werden!" Diese Wahl eines Getränks war im Palast der Doukai eher selten. Hier herrschte für Gewöhnlich der Rebensaft vor; dieser hatte hier eine fast unübertroffene Stellung. Man hatte gar einen ganzen Keller voller erlesenster Weine und den Verbrauch wollte man besser gar nicht erst beziffern. Aber als ein angesehener Haushalt führte man natürlich auch eine ganze Reihe an Gerstensäften im Sortiment für die Gäste, allerdings nach hiesiger Rezeptur, und schenkte dem Gast sogleich ordentlich ein. Interessiert lauschte Ioustinian nun den Ausführungen des Dishypaten über den Moment im kaiserlichen Garten und die undankbaren Damen. "Sie haben es nicht für echt gehalten? Eine Schande!" Der Doukas ließ besagte Barren, sogleich er sie im Palast hatte, überprüfen und die Schmiede stellte den Metallen eine gar ganz besondere Qualität und Reinheit aus. "Eure Barren waren ganz hervorragend, auch besonders ansehnlich." Deshalb waren sie Ioustinian auch direkt ins Auge gesprungen und deshalb hat er sich auch damit zufrieden gegeben, als Peter sie ihm übergab. "Darf man fragen woher die Barren stammen?" Den Doukas interessierte, ob Peter vielleicht eine spezielle Mine oder Gießerei kannte, wo solch edle und reine Barren gewonnen und gegossen wurden.

"Die Damen hätten es besser angenommen!", meinte er dann erheitert und trank etwas von seinem Wein. "Hattet Ihr denn sonst wenigstens noch Erfolg bei jenen Frauen im Garten?" Er nahm einfach mal an, dass Peter nicht ohne Grund bei diesen Frauen im Garten war und ihnen Barren schenken wollte; er vermutete eine amouröse Absicht dahinter. Die Vorstellung eines solchen Geschenks in Form von Barren belustigte ihn etwas. "Welche war es, die Euch zugesagt hat? Die jüngere oder die alte?" Er hatte ihre Gesichter noch grob im Kopf. Die ältere Frau wirkte eher streng, aber manche Männer bevorzugten ja durchaus auch solche Arten von Frauen; er selbst freilich nicht. Vom Alter her hätten sie sicher gut zueinander gepasst. "Wenn Ihr mögt, kann ich mich als Minister von hohem Rang bei den Damen für Eure Werbung einsetzen." Ein Angebot, das dem Doukas durchaus Spaß gemacht hätte, könnte er damit der Langeweile des Alltags etwas entfliehen. Es würde sicherlich Eindruck machen, wenn der Dishypat gar einen Minister als Liebesboten seiner Werbung senden konnte.

"Wir wollen keinen Gedanken mehr daran verschwenden; es war ein Missverständnis und damit hat es sich." Der Doukas stellte nochmal klar, dass jetzt Frieden herrschte; das Geschenk hatte ihm gefallen und der Baumeister war ansonsten doch angenehmer als zuerst gedacht. "Es dürfte Euch interessieren, dass der unfähige Kommenos Richter, der unseren Prozess führte, nun im Archiv arbeitet." Ioustinian grinste und nahm genüsslich einen Schluck Wein. Er selbst hatte für diese Versetzung gesorgt.

Sodann zählte der Baumeister seine bisherigen Werke auf; es waren sehr viele an der Zahl. "Beeindruckend!", meinte er anerkennend. Vor allem in fremden Landen musste der Mann angesehen sein. "Seid Ihr auf diese Weise zu all Eurem Reichtum gekommen?", fragte er durchaus mit Anerkennung in der Stimme. Ioustinian schätzte die römische Bauweise zwar besonders hoch, doch vielleicht wäre ein wenig ausländischer Einfluss und Stil nicht schlecht; der Mann schien ja wahrlich auch erfahren in seinem Gewerbe. Ehe er aber auf die Kirche zu sprechen kam, ging der Baumeister auf den Zustand des Palastes ein. Bisher hatte der Doukas nie etwas daran auszusetzen gehabt und glaubte den Palast in einwandfreiem, bestem Zustand. "Wieso?", fragte er überrascht. "Was ist denn? Was habt Ihr am Gebäude zu bemängeln? Nur das Tor?" Vielleicht hatte der Baumeister ja einen besonderen Blick dafür. Dann kam er noch darauf zu sprechen, dass man ihn unredlich behandelt habe von Seiten des Personals. "Ist das so? Wenn Ihr mir sagt, was geschehen ist, werde ich darauf Konsequenzen folgen lassen!", meinte er entschlossen. Sollte das Personal die Gäste maltraitieren würde das Folgen für den Übeltäter haben.

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Mittwoch, 8. Mai 2019, 17:27

Alsobald erhielt der Dishypat einen weiteren Biernachschub , wie er gefordert , und auch wenn das griechische Bier schwer zu trinken war ,
machte dies keinen grossen Unterschied nach dem ersten oder spätestens zweiten Krug. So trank Peter also nun bereits den vierten und be=
fand das Griechen=Bier gar geniessbar.
Der gute Minister teilte die Verwunderung , wie heutige Weybheit diese Barren nicht höher schätzten , doch waren die Weyber im Gemeinen
einfältiger als die Männer , so hätts der HerrGott gewollt und so söllts auch bleiben. Ein Mann indes erkannte den hohen Wert der Brocken
sogleich , weswegen der Minister auch gerne zugriff.
Sie seynd von höchster Qualität , die Barren : auch Brocken , ein Überbleibsel bereits erhaltner redlicher Bezahlung zu Ytalia , wo ich gewest.
Dass man sie erst hier zu Konstantinopol gegossen hätt , konnt er nicht sagen , wär dies doch allzu selzam erschienen. Vincenzo der Lombarde
war darin ein grosser Meister in der Giesskunst , was man ihm gar nicht ansah , war er doch ein Zwerg , kaum über einen Meter gross , und
lebte eine Zeitlang in Erdhöhlen der Lombardey , ein Brauch , dort nicht gänzlich ausgestorben. Peter dacht sich des Öftren , was da wohl ent=
stünde , wenn ein Zwerg und eine Riesin sich paarten , vermutlich gar ein gewöhnlicher Mensch , so gross wie der Dukat , der da wär womög=
lich ein solches Ergebnis.
's war die jüngre , denn was kümmert mich die alte Hippe ? sprach Peter weiter und wunderte sich ob der Frage , denn welcher Mann bei Ver=
stand trachtete nach einem Auslaufmodell. Lassts gut sein , ich find mir eine andre meinte er dann. Gern nähm ich eine Dukatin , so eine da.
So nämlich könnt der Honoratior einheiraten in das erlauchte dukatische Haus und wär gar ein Schwager des Ministers.
Eine bessre Verwendung für den armen Tropf Komnenos , da kann er gar etwas Nützliches zu Tage fördern lachte Peter und leerte den Krug.
Gern nahm er noch einen fünften Krug , womit er wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreichte , denn ein leerer Sack steht bekanntlich nicht.
Meiner Thätigkeit verdank ich ein beschauliches Auskommen , doch bietet mir die Kayserstadt desgleichen mehr. Und so war es ja auch.
Meiner Expertise zufolge söllt wohl eine Renovation allhier alsbald eingeleitet seyn , ist's nicht nur das Thor , sondern auch mancher Teil des
Gemäuers , besonders die Fliessen. Zudem fehlt ein stattlich erbaulicher Thurm , bald funffzig Meter hoch , den ich gern errichten will zur höhern

Ehr der Dukaten. Darzu würd genau hier eine Ausbuchtung erfolgen , ein Mauerbruch , sodass direkter Zugang ermöglicht sey.
Denn den Plan eines grossen Thurmbaus hatte Peter nicht aufgegeben. Nun eben in andrer Gestalt !
Der Nektarius meinte , ein roter Teppich sei nicht vorhanden , und zudem drohte er , den Karren zu requirieren , sodass ich den Lombarden dort
beliess , auff dass der ein Auge drauf hätt.

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Mittwoch, 8. Mai 2019, 17:52

"Italien? Interessant...", bemerkte der Doukas dann hinsichtlich der Herkunft der höchst ansehnlichen Goldbarren, die der Dishypat ihm da überlassen hatte. Dann erzählte sein Gast ihm davon, dass er die jüngere der beiden Frauen in den kaiserlichen Gärten begehrte und eigentlich ihr eine Werbung machen wollte. "Ja, da habt ihr recht!" Der Doukas lachte und amüsierte sich köstlich über den Kommentar des Peters bezüglich der älteren Frau im Park. Schnell aber schien es, als würde der Dishypat sich von der Begegnung mit den undankbaren Damen entmutigen lassen und derselbe machte sodann den Vorschlag, sich mit einer Doukaina zu verheiraten. Ioustinian stand dem skeptisch gegenüber. Er war ein Verfechter der freien Eheschließung und selbst wenn läge eine solche Entscheidung über eine politische Ehe bei seinem Vater. Eher wollte er dem Peter doch noch helfen die ursprüngliche Herzensdame zu gewinnen. "Gut sein lassen? Nicht doch! Ihr seid eine formidable Partie mit einem großem Vermögen wie es scheint. Ich werde die Dame für Euch aufsuchen. Keine Widerrede!" Der Doukas wollte sich diesen Spaß sicher nicht nehmen lassen und am Ende würde es ja vielleicht noch gut gehen. "Kennt ihr zufällig den Namen der jungen Frau?" Selbst wenn er ihn nicht kannte, würde der Doukas als Innenminister und damit Chef der Polizeibehörden, die Frau schonn noch ausfindig machen und Amor spielen können. Manchmal musste man bei der Liebe eben etwas nachhelfen.

Dann berichtete Peter von seinen Eindrücken vom Palast der Doukai. "Hmm...fürwahr. Das Tor könnte vielleicht ersetzt werden. Dafür will ich Euer Talent aber nicht verschwenden und lasse dies einen Handwerker erledigen!" Der Baumeister würde an anderer Stelle viel mehr gebraucht. Die Idee eines Turmes verwarf der Douaks vorerst, bestand für einen solch hohen Turm zurzeit keinen Bedarf und hatte die Kirche den Vorrang. "Leider benötigen wir zurzeit keinen Turm, vielleicht zu anderem Zeitpunkt, wer weiss!" Erstmal war die Kirche dran. Einen Turm könnte man sich immer noch wann anders setzen, wenn man ihn denn wirklich bräuchte zu Repräsentationszwecken oder dergleichen. "Euer Talent wird vor allem für die Renovierung der Sergios-und-Bakchos Kirche benötigt." Dies war das Ziel. "Hättet Ihr einen Plan, wie Ihr die Kirche wiederherrichten könnt und welche Summe ihr dafür ungefähr benötigen würdet?"

6

Samstag, 11. Mai 2019, 17:38

Item so ging es dem dukatischen Minister wiedrum umb dies Weyb von Franken , welches sich widerborstig gegeben.
Der Minister Justinian Dukat hatte wohl eine Täuschung der eignen Wahrnehmung , vermeinte er doch , dies sei eine ideale Wahl.
Er wöllt sich gar einsetzen für Petrum und duldete keine Widerred' nicht. Umb ihm einen Gefallen zu thun , hub Peter also an und sprach :
So seis denn. Der Nam' des Fraweleins ist mir nicht bekannt , doch ists eine von Franckreich. Denn soviel konnt man allzumal erhören.

Dann aber vermeinte der Ministeriale , das Thor söllt irgendein Handwerker renovieren , was Petro gar nicht gefiel , dahero also er fortfuhr :
Ich kenn Euch den besten Handwerker in hiesiger Stadt , ist er doch collegial verbunden : s'handelt sich umb vorgemeldten Lombarden.
Also ists beschlossen : Derselb Vincenzo : auch Vinkentios allhier söll sich des Thores annehmen. Dies sei mein Beding für die Renovation

der genannten Kirchen. Denn schliesslich musst auch der Lombard von etwas leben , und dies Thor wär ihm grad recht zur Verbessrung.
Wieso aber der Dukat keinen Thurm wollt , erschloss sich Peter nicht , zierten diese Bauten doch ein jedes Haus.
Bei Kirchenbauten verhält es sich gar einfach : Zunächst sind die Thürm zu bedenken , die gen Himmeln aufstreben ; der Rest ergibt sich von
selbst , weiss ich doch um die Sacral=Baukunst besonders seit dem Dombau zu Petersburgk. So seis gerathschlagt : der Thürme vier , an jeder
Ecken , auf dass ein Bild von Ästhetik entstünd. Auch seynd dort errichtet ein halbes Dutzend güldne Statuen , gefertigt ganz massiv aus Gold.
Dies aber ist nicht billig , doch vertrau ich auf die Liquidität der Dukaten , denn anders wärs bald ein Bankrott.
So würd sich erzeigen , ob dies Haus wahrlich so reich , wie stets behauptet , oder obs allein viel Red und wenig dahinter.

7

Montag, 13. Mai 2019, 20:31

"Aus Frankreich, sagt Ihr?“ Der Doukas hörte nun sehr interessiert zu. Eine Frau aus Frankreich also, in den Gärten des kaiserlichen Palastes. Eine solche Dame würde wohl sicherlich nicht schwer zu finden sein, gab es doch nicht allzu viele Französinnen am kaiserlichen Hof. "Macht Euch der Damen wegen also keine Sorgen!“ Ioustinian hatte jetzt schon eine gewisse Vorfreude, die Werbung für den Dishypaten zu übernehmen und war sicher, in der Sache erfolgreich vermitteln zu können. Immerhin war er ja einer der Kandidaten auf das Kanzleramt und hatte so seine Talente in dieser Kunst.

Dann sprach Baumeister Peter davon, dass er für die besagte Reparatur des Tores am Eingang des Palastes jenen Vincenzo den Lombarden ganz besonders empfehlen könnte, dies gar zur Bedingung machen würde für seine Arbeit bei der Renovierung der Kirche. "Wenn Ihr sogar bereit seid auf einen möglichen Auftrag zu verzichten für den Mann, müsst Ihr große Stücke auf die Kunst des Lombarden halten. Ich will Eurer Empfehlung also folgen und besagtem Mann ein schriftliches Angebot unterbreiten. Kennt Ihr seine Adresse?“ Nach den Streitigkeiten, die man in der Vergangenheit hatte, war es für Ioustinian wichtig, dass man alle zukünftigen Übereinkünfte verbindlich schriftlich fixiert, um neuerlichen Ärger zum Wohle aller zu vermeiden.

Der konkrete Plan für die Renovierung der Kirche war dann das nächste Thema. Dem Baumeister schwebten mehrere Türme vor allem aus Gründen der Ästhetik und viele goldene Statuen vor. Ioustinian dachte nach. "Ich denke, es ist wichtig hierbei Prioritäten zu setzen. Zuerst solltet Ihr das Gemäuer und den Kern des Kirchbaues wieder in einen guten Zustand versetzen. Darüber können wir einen schriftlichen Vertrag machen, so Ihr einverstanden seid. Sollte das zufriedenstellend geschehen sein und die Arbeit abgenommen, dann kann ich Euch vorschlagen, über den Bau zusätzlicher Türme weitere Verhandlungen aufzunehmen.“ So könnte man die einzelnen Bauphasen gewichten und würde dafür sorgen, dass zuerst der Kern der Kirche stünde und bereits für den Kult genutzt werden könnte, allein das würde ja schon das Prestige der Doukai in der Stadt vermehren, war sich Ioustinian sicher. "Was haltet Ihr davon, werter Dishypat?“

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Mittwoch, 15. Mai 2019, 22:19

Das Frauenzimmer hätt dem Minsterialen wohl arg den Kopf verdreht , als hätt er nie nicht ein Weyb zu Konstantinopol ersehen , wöllt also
Brautwerbung treiben , wohl insgeheim für sich selbst , doch wars Petrum einerlei , war er doch geschäftlich hier und nicht der Weyber wegen.
Der Lombard haust in der VIten Region , ist in meinem eignen Hause einquartiert , der guten alten Zusammenarbeit wegen , die da war zu Ytalia.
Gern teil ich ihm dies mit , auf dass er erwarte die schriftlich Mittheilung , wie vorgeschlagen. Gar selzam , dass alles schriftlich zu seyn hätt ,
doch andre Länder , andre Sitten , dahero sollts so sein , alswie hierzuland der Brauch. Die Hauptsach war , dass Vincenzo ward bedacht.
So seis. Denn soll also dies Gemäuer in seiner Basis wiederhergestellt sein , sodass gemeldte Thürm anschliessend errichtet würden. Denn was
ist ein Kirchenbau ohne ein Gethürm ? Ist grad wie ein Mann ohne Männlichkeit , also ein Eunuch , wies hierzuland oft gesehen , doch gar un=
natürlich und sonderlich , zu Alemannien und auch Franken gar unbekannt und ungeschätzt. Doch soll uns dies nicht kümmern , haben wir uns
doch nunmehro vertragen und soll dies auf Pergament bekräftigt sein , alswie der Brauch zu Konstantinopol.
Denn so wäre es schwarz auf weiss , auf dass weitre Verwirrung ausgespart bliebe.

9

Mittwoch, 15. Mai 2019, 23:12

"Ich werde dem Mann sogleich ein Angebot zusenden, welches er nicht ablehnen kann“ Meinte er dann bezüglich des Lombarden. Die Doukai konnten sich immerhin ein stattliches Eingangstor allemal leisten. Der Minister hörte dann den Ausführungen seines Gastes über einen möglichen Turmbau an der Kirche aufmerksam zu. Der Dishypat versuchte wirklich ihm dies schmackhaft zu machen, aber Ioustinian war entschieden, dass zuerst die Kirche im Kern wieder in einen guten Zustand kommen müsste. "Sowie die Kirche wieder in neuem Glanz erstrahlt, werden wir über den Rest reden können!“, meinte er mit einem Lächeln. Der Doukas ließ dann einen Schreiberling kommen und einen Vertrag aufsetzen über die Renovierung des Gemäuers der Kirche, den er, nachdem er dem Petros noch einige Getränke angeboten hatte, ihm vorstellte:

Vertrag zwischen dem Innenministerium, Herrn Baumeister Petros Alamannikos und dem Hause Doukas.

Die Dienste des besagten Baumeister Petros Alamannikos zur Renovierung der Sergios-und-Bakchos-Kirche werden hiermit durch den Staat, vertreten durch den Innenminister, in Anspruch genommen. Die Zahlung der Kosten jedoch erfolgt durch das Haus Doukas, vertreten durch Ioustinianos Doukas.

Es gelten folgende Bedingungen:

  • Die besagte Kirche ist im Kern und in ihren Gemäuern wieder in einen guten Bauzustand zu setzen. Alle Arbeiten darüber hinaus sind nicht vom Vertrag erfasst
  • Die Renovierung ist durch positive Abnahme durch den Auftraggeber beendet
  • Bei Pflichtverletzungen folgen Schadensersatzleistungen seitens des Baumeisters
  • Es sind insgesamt 30 Arbeiter für die Arbeiten bewilligt mit einem Lohn von 7 Solidi pro Mann im Jahr
  • Der Lohn des Baumeisters soll 300 Solidi pro Jahr betragen
  • Die Materialkosten sollen 5.000 Solidi nicht übersteigen, außer wenn durch Nachverhandlungen bewilligt.
  • Eine Bonuszahlung an den Baumeister in Höhe von 1.000 Solidi erfolgt, wenn die Renovierung binnen Jahresfrist abgeschlossen wird.


Unterschrift Innenministerium und Haus Doukas:


Unterschrift Baumeister Alamannikos:

..............................



Baugenehmigung


Der Baumeister Petros Alamannikos und seine ihm unterstellten Arbeiter sind hiermit ermächtigt im Rahmen der baulichen Tätigkeiten zur Renovierung der Sergios-und-Bakchos-Kirche bauliche Veränderungen an besagter, im Staatsbesitz befindlicher Kirche vorzunehmen. Diese Veränderungen sind nur zur Instandsetzung der Kirche genehmigt. Alles darüber hinaus Gehende ist vorerst untersagt.


Der Innenminister


Dieses Vertragswerk war ebenso äußerst großzügig, befand Ioustinianos, würde doch Baumeister mit 300 Solidi im Jahr nicht schlecht verdienen, besonders wenn er sich beeilte und noch den Bonus kassieren würde. Er hätte gar bald soviel verdient wie er selbst damals als Protonotar allein. "So, sind Wir Uns einig?“ Dann hätte man einen guten Vertrag vereinbart; die Doukai würden durch die Zahlung der Renovierung Ansehen gewinnen und Peter eine ordentliche Summe. Sein Gast müsste nur noch unterschreiben.

10

Donnerstag, 16. Mai 2019, 20:50

So ward geratschlagt und entschieden. Und alsobald war das Vertragswerk konkludiert , sodass Peter dies vorliegen hatte. Und er wetzte den Griffel
und satzte sein Signum darunter , worauf dem Rechtskraft erwuchs und die Sach geregelt war , nunmehr Schwarz auf Weiss.
Doch bestand Peter auf einer gebührlichen Tintenfarbe , war er doch kein Gemeiner sondern Dishypat , worauff ihm eine rote Tinte gereicht ward.

Vertrag zwischen dem Innenministerium, Herrn Baumeister Petros Alamannikos und dem Hause Doukas.

Die Dienste des besagten Baumeister Petros Alamannikos zur Renovierung der Sergios-und-Bakchos-Kirche werden hiermit durch den Staat, vertreten durch den Innenminister, in Anspruch genommen. Die Zahlung der Kosten jedoch erfolgt durch das Haus Doukas, vertreten durch Ioustinianos Doukas.

Es gelten folgende Bedingungen:

  • Die besagte Kirche ist im Kern und in ihren Gemäuern wieder in einen guten Bauzustand zu setzen. Alle Arbeiten darüber hinaus sind nicht vom Vertrag erfasst
  • Die Renovierung ist durch positive Abnahme durch den Auftraggeber beendet
  • Bei Pflichtverletzungen folgen Schadensersatzleistungen seitens des Baumeisters
  • Es sind insgesamt 30 Arbeiter für die Arbeiten bewilligt mit einem Lohn von 7 Solidi pro Mann im Jahr
  • Der Lohn des Baumeisters soll 300 Solidi pro Jahr betragen
  • Die Materialkosten sollen 5.000 Solidi nicht übersteigen, außer wenn durch Nachverhandlungen bewilligt.
  • Eine Bonuszahlung an den Baumeister in Höhe von 1.000 Solidi erfolgt, wenn die Renovierung binnen Jahresfrist abgeschlossen wird.


Unterschrift Innenministerium und Haus Doukas:


Unterschrift Baumeister Alamannikos:

PETER DISHYPAT


Sodann da ist der Wisch sprach Peter und hub neuerlich an. So lassts uns betrinken , wies ist die Sitt in meinem Lande.
Denn ein ordentlicher Trunk tät dem Minsterialen nicht schaden. Peter konnte nun bereits 300 Solidi im Voraus einsetzen ,
denn wozu warten auf die Auszahlung , wollten die Dukaten keinen Rufschaden , so sollten sie's vorstrecken.
So schreit ich frisch fromm fröhlich zur That meinte er schliesslich nach einem weitren Trunk. Sprachs , verabschiedete sich
und verliess das in Theilen etwas baufällige Gemäuer , in dem die Dukaten hausten.

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