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Rhomäisches Reich: Eine Heiratsverbindung zwischen dem Imperium und dem Königreich Armenien ist beschlossen worden: Der armenische Kronprinz wird Thekla Lekapene Argyre ehelichen.
Kirchenstaat: Der Papst hat Legaten nach Konstantinopel und Augsburg entsandt. Des Schelmenromans zweiter Teil "Neues vom Theodul" erweist sich als Verkaufsschlager.
Alemannien: Dem Papstdarsteller Theodoulos Philanthropenos wird vor einem Kirchengericht in Augsburg der Prozess gemacht.

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Samstag, 1. Dezember 2018, 16:46

Prozess gegen Theodoulos Philanthropenos - 2. Verhandlungstag

Nach dreitägiger Pause ging die Verhandlung gegen den Antichristen weiter. Die beiden ersten Punkte der Anklageschrift waren bereits behandelt worden und dies nicht unbedingt zugunsten des Angeklagten. Aufgrund des kindischen Benehmens des Theodoulos wurde er nun im Gerichtssaal unter verschärfte Bewachung gestellt. Sein Tischlein stand nun ein Stück weiter vom Thron entfernt. Keinerlei Gegenstände fanden sich mehr auf demselben, die der Verwirrte in Richtung der Richter schleudern konnte. Da sein ursprünglicher Verteidiger, Bischof Confalonieri, sich als Apostat gezeigt hatte, war er kurzerhand abgesetzt und inhaftiert worden; ein Urteil des Heiligen Vaters in Rom stand noch aus. Der Kardinallegat hatte kurzerhand den Bischof von Augsburg zum neuen Verteidiger bestellt. Gewiss hatte dieser mittlerweile ein kurzes Gespräch mit seinem Mandanten geführt, auch wenn Drogo von Osnabrück die Aufgabe vermutlich nur höchst widerwillig übernahm.

Nachdem sich der gesamte Saal versammelt hatte, schritten die drei Richter einher. Alle Anwesenden erhoben sich dazu, vermutlich abgesehen vom Angeklagten. Adelphus II. von Ivrea nahm wiederum auf dem erhöhten Thron unter dem Baldachin Platz, von wo aus er die beste Übersicht im ganzen Saal hatte. Zu seiner Rechten saß Erzbischof Heribert, zu seiner Linken Abt Wendelin. Der Apostolische Legat erhob also das Wort und sprach: "Die Verhandlung vor diesem Hohen Gericht in Sachen Theodoulos Philanthropenos wird nunmehr fortgesetzt. Zunächst wird dazu der dritte Anklagepunkt behandelt, welcher die unlauteren Bestrebungen des Angeklagten, ein verderbliches Schisma innerhalb der Christenheit auszulösen, behandelt. Der Angeklagte soll aber zunächst mitteilen, ob er die Berufung des Bischofs Drogo von Augsburg als seinen Rechtsbeistand annimmt oder nicht. In letzterem Falle ist ihm seine Verteidigung selbst überlassen, da ihm dieses Gericht keinen alternativen Verteidiger zuerkennt. Im Anschluss hat der Herr Prokurator das Wort."

Der Kardinallegat lehnte sich also erst einmal zurück und harrte der Dinge. Vermutlich würde sich der Angeklagte gewohnt unbelehrbar zeigen, doch war ihm dies einerlei. Hier würden nun die restlichen Anklagepunkte abgearbeitet werden, ob ihm das passte oder nicht.

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Samstag, 1. Dezember 2018, 23:43

Und so begab es sich und es geschah also daß da ward angebrochen der nächste Tag, will sagen der zweite Verhandlungstag, der nach dem ersten kam und vor einem sicheren dritten kommen würde. Herbert, der fromme Erzbischoff, auch Domkapitular von Halberstadt, Domkapitular von Hildesheim, Domkapitular von Havelberg Domkapitular von Brandenburg, also ganz klar und ohne Zweifel ein eifriger, auch unermüdlicher Diener GOTTES; des HERRN, war am Vorabend bei Theodosios gewesen, hatte ihn quasi in seiner Zelle, besser vor seiner Zelle besucht (es gab nur ein kleines Fenster in der Türe, durch welches sich die beiden unterhalten hatten müssen) und dem Gefangenen einen Ausweg aus der Misere geboten. Theodosios, entrüstet (gespielt oder echt?) von dem Vorschlag Herberts, sich einer Sünde schuldig zu machen, schlug das Angebot aus. Was er jedoch gerne annahm war das Süppchen, das Herbert ihm schon früher zu Magdeburg gekocht hatte, so brachte er ihm ein Schüsselchen voll.

Auch heute am frühen Mittag hatte Heribert dem Theodosios die vortägige Suppe serviert, nicht ohne eine ganz spezielle Zutat, die das Essen deutlich bekömmlicher machen sollte. Während der Abt Wendlein gestern Herbert noch beim Gefangenen gesehen hatte, war das Mittagessen heute von einem normalen Diener serviert worden, während Heribert mit dem Kardinallegaten zu Tisch sass, um sich an den Leckereien der süddeutschen Küche zu laben.
Nun aber brach der zweite Verhandlungstag an. Wie Herbert gehört hatte, so gab es Post aus Rom, die heute sicher zur Sprache kommen würde. Der Legat, auch Kardinal, eröffnete den Prozeß und erkundigte sich, ob Theodosios den Osnabrücker als seinen Verteidiger akzeptieren würde.

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Samstag, 1. Dezember 2018, 23:54

Friedelind , Bedienstete

Friedelind hatte geschrubbt und den Saal auf Vordermann gebracht , als die hohen Herrschafften eintraten.
Darzu tauchte sie den Schwamm tief in den Eimer mit Wasser , welches durch das Feuer erwärmt ward.
Den angeklagten Possenreisser fand sie gar ulkig und grinste in seine Richtung , als sie nochmal die lockeren Bodenplatten schrubbte.
Nachher würde sie mit dem übrigen Gesinde die Mahlzeit einnehmen , welche da im Namen des Königs Ludolf gemeiner Dienerschafft dargeboten wurde.
Darzu wurde das harte vortägige Brot eingetaucht in die heisse Brühe , die man ausschenkte.

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Dienstag, 4. Dezember 2018, 00:31

Aus diesem Wirrkopf "Coelestinus" wurde kein Mensch schlau. Bischof Drogo, der nun zwar eine Rolle bei dieser Verhandlung spielte, aber sicher nicht diejenige, die er sich gewünscht hatte, war formal zum Verteidiger des Papstdarstellers ernannt worden. Ein wirkliches Gespräch mit diesem Mann hatte er nicht geführt, wirkte es auf Drogo doch so, als wollte der ohnehin nichts davon wissen. Es gab ja auch nicht besonders viel, was man zu seiner Verteidigung vorbringen konnte, sah man einmal von geistiger Zerrüttung ab. Würde Theodoulos also auf seine Hilfe bestehen, so würde sich der Augsburger Bischof widerwillig beugen. Der ganze Saal harrte also erst einmal seiner Entscheidung. Denn wenn der Fake-Papst ablehnte, war es ohnehin hinfällig, sich hier überhaupt einzubringen.

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Mittwoch, 5. Dezember 2018, 22:21


Marcantonio di Monterone, Prokurator

Nach einer Verhandlungsunterbrechung, die ganze drei Tage angedauert hatte, sollte der Prozess gegen den Papstdarsteller Thoudoulos Philantropenos endlich fortgesetzt werden. Die Pause war nach Monterones Geschmack viel zu lange gewesen, hatte man hier doch mehr als genug gesehen und war nicht mehr nötig gewesen, um den Angeklagten zu verurteilen. Da man jedoch bis zum Frühling ohnehin nördlich der Alpen festsitzen würde, durfte der Prozess auch ruhig andauern. So hatte man sich neuerdings versammelt, die drei Richter, der Prokurator und alle Zeugen, daneben einige Zuschauer, die Gerichtsdiener und Schreiber. Zu guter Letzt tauchte auch Theodoulos auf, sein neuer Verteidiger, der hiesige Bischof und Kanzler, war bereits an seinem Platz. Ein wenig leid tat Drogo dem Prokurator ja, war der Prozess doch aussichtslos und gerade bei so einer Art Angeklagtem der Albtraum eines jeden Verteidigers. Die Strategie von Drogos Vorgänger war löchrig gewesen und hatte nicht funktioniert, lenkte sie doch von der eigentlichen Sache ab, nämlich der Spinnerei des Theodoulos. Ein guter Anwalt hätte auf Schuldunfähigkeit plädiert und versucht, ein möglichst mildes Urteil herauszuholen.
Der vorsitzende Richter hatte zunächst dem Angeklagten das Wort erteilt. Nachdem dieser viel zu lange einfach schweigend dagesessen war, ergriff der Prokurator das Wort und erhob sich. "Eminenz, verehrte Richter. Offenbar hat der Angeklagte sich dazu entschieden, zu schweigen. Nun, mir soll es recht sein, auf diese Weise kommen schon keine Beleidigungen mehr aus seinem Mund. Erlaubt daher, dass ich fortfahre." Er wartete kurz ab, erntete aber keine Widerrede seitens der Richterbank, sodass er neuerlich anhub. "Drei Tage hatte ich nun Zeit, über die zweifelhafte Verteidungsstrategie meines Kollegen Confalonierei nachzudenken. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu dem Schluss zu kommen, dass seine Exzellenz diesen Prozess für seine eigenes, ketzerisches Gedankengut missbrauchen wollte, statt seinen Mandanten wirklich ernsthaft zu verteidigen. Nun, ich freue mich, dass wir durch diese Verhandlung nicht nur einen, sondern gleich zwei Ketzer ihrer Verbrechen überführen konnten."
Nach diesem kurzen Plädoyer ging er dann zur eigentlichen Sache über. "Der dritte Anklagepunkt wirft Theodoulos Philantropenos vor, sich durch falsche Tatsachen Jünger für seine Sekte zusammenzutreiben. Unschuldige Christen, die er durch das Vorgaukeln verschiedener Fantastereien von seiner Sache überzeugen konnte, sodass sie letzendlich sogar Krieg gegen Christen führen würden. In dieser Sache rufen wir zunächst ... Apollonia in den Zeugenstand. Tut mir leid, Eminenz, einen anderen Namen haben wir bisher nicht herausbekommen."
Alle Blicke gingen zur Zeugenbank, man wartete darauf, dass diese mysteriöse Frau nun vortreten würde.

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Sonntag, 9. Dezember 2018, 00:41

Der Herzog der Wenden Peter von Petersburg genannt der Grosse verfolgte den Prozess auch am zweyten Verhandlungstage ,
erhoffte sich Peter doch Gehör für sein Anliegen , schuldete ihm Theudul doch noch eine redliche Bezahlung.
Es ging nun umb die Sektiererei des Theuduln , der da eine Abspaltung von der einzig wahren römischen Kirchen betrieben hatte.
Darzu ward ein Weibsbild in den Zeugenstand berufen , doch erblickte Peter darin einen guten Moment sich zu Wort zu melden.
Er hub also an : Hohes Gericht , Herr Staatsanwalt , ich möchte in diesem Zusammenhang beitragen , dass auch ich vom Angeklagten
hinters Licht geführt wurde , verscheisserte er mich doch durch falsches Zeugnis und verpflichtete mich als vorgeblicher Papst zu besagtem
Dombau zu Petersburg , der da sollte sein ein neuer Thurm zu Babel.

Peter ward sich gewiss , dass man ihm nun höhres Gewicht beimass und ihm das Geld bald schon zuerkannte ; darnach konnte er
das unwirtliche Augsburg verlassen und einen guten Lebensabend zubringen.

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Sonntag, 9. Dezember 2018, 10:43

Wendelin war es, der den unbotmäßigen Kerl von einem Baumeister, zur Ordnung rief.Hatte der dreiste Kerl es
doch gewagt, ohne Aufforderung, das hohe Gericht und den Ankläger
anzusprechen.
"Höre , Wende, Du bis nicht gerufen, es sei Dein Name ist neuerdings Apollonia?"
Ob der Frage des Abtes an den Wenden, brach im Gericht allgemeine Heiterkeit aus und Wendelin bohrte weiter.
"Das hohe Gericht weiß, inzwischen alles über Dich, Bursche, auch das Du die Anmaßung
besaßest Dich als Pontifex Maximus aus zugeben. also tu gut daran und Dir selbst einen Gefallen, schweigend und in Demut auf Deinen
Platze zu verharren, bis man Dich auffordert zu sprechen. Solltest Du vaber es noch einmal wagen hier vor dem hohen Gericht ungefragt dasMaul aufzureißen, dann sorge ich dafür das Du in Ketten gelegt , geknebelt und Deine spätere Befragung die Hochnotpeinliche sein wird. Ichhoffe Du hast es nun verstanden, Bursche? Jetzt aber trolle Dich auf Deinen Platz, Wende!
Meine Tochter Apolonia tritt ohne Scheu, vor das Hohe Gericht und berichte uns wahrheitsgemäß, bedenke die Folgen, einer Falschaussage, für Dich."

Nachdem Wendelin, den Peter in seine Schranken gewiesen und die mysteriöse Apollonia aufgefordert hatte vorzutreten, lehne er sich zurück und harrte der Dinge ,welche nun kamen.
Abt Wendelin

8

Sonntag, 9. Dezember 2018, 21:42

Der Glatzkopf spielte sich abermals auff , doch mass Peter dem geringes Gewicht bei , war doch der Kardinal Legat unsers Hl.Vaters zu Rom
vorsitzender Richter und hatte dahero das letzte Wort. Der Abt schien hier zudem einiges durcheinander zu bringen. Bevor er sich setzte , hub
Peter also noch einmal an : Es ist ein Missverständniß , da mit Pontifex ein Brückenbauer gemeint war , ehrwürdiger Abt.
Eingedenk Eures Namens solltet Ihr der Wenden Sache hier besser vertreten , Wendelin.
So nahm der Herzog wiederum Platz und wartete den weitren Verlauf ab. Irgendein Weibsbild sollte sich nun zu Wort melden.

9

Sonntag, 9. Dezember 2018, 23:10



Nun ward der gute Wendelin, wie man weiss , kein Mensch mit Geduld und schon gar keiner der Wwiderworte duldete.
Er wandte sich zu Peter, genannt der Brücken bauer, mit einer Handbewegung schickte er zwei Reisige, links und rechts zur Seiten des Mannes, das Zeug zum Knebeln und Binden hatten sie am Mann und ewarteten auf die Order, jedoch schien es Wendelin vorerst zu genügen, das der Kerl bewacht wurde.
" Wie ich es bereits sagte Bube, der Du Dich Peter nennst, hüte Deine Zunge. was nun meinen Namen betrifft er enstammt dem Namen Wendelmar und t mit den Wenden nicht zu tun. es ist ein alter germanischer Name der vom volke der Vandalen abstammt. Der Name ist mit dem Schutzpatron der Hirten und der Landleute, Bauern, Tagelöhner und Landarbeiter, dem heiligen Wendelin bekannt geworden. So wie Ich war auch der Heilige Abt. Also nochmalige hüte Deine Zunge ,wennDu sie behalten willst.
Aber dir scvhein der Name apollonia , ja sehr zugefallen, das Du Dich abermal auf den Namensaufruf meldesten, soll wir Dich fürderhin, als Apollonia betrachten? Bedenke dass wir Dich dann in Weiberröcke stecken werden."
Abermal brandet im Saal Lacher auf als Wendelin, Peter als Apollonia bezeichnete. Wendelin hatte sich nun genug mit jemen eigentlich völlich unwichtigem Kerl befasst.
"Apollonia , meine Tochter ,abermals rufe ich die vor das hohe Gericht, aber bitte nur die wahre Apollonia."
Wiederum lehnte er sich zurück.

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Montag, 10. Dezember 2018, 12:05

Der Prozess ging nun also weiter und dieses Schauspiel würde wieder einmal die Zeit und die Prominenz des Heiligen Vaters für unlautere, gotteslästerliche Zwecke missbrauchen. Coelestin hatte aber keine andere Wahl, würde man ihn sonst doch mit körperlichem Zwange oder anderen Mitteln physisch hierherbringen und er selbst hatte leider noch nicht die hohe Kunst der Bilocation gemeistert, die es ihm erlauben würde, währenddessen doch andere sinnvollere Dinge zu erledigen. Nun denn kam das Thema des päpstlichen Verteidigers neuerlich auf. Den armen Bischof Confalonieri hatte man ja ob seiner meisterhaften, aber nicht gerne gesehenen Verteidigung verschleppt. Solch ein formmer Mann, der sich wahrlich in der Kunst des Rechtes wie der Theologie auskannte. Dies zeigte einmal mehr die Heuchelei und die Verdammtheit dieser Strolche des Pseudopapstes und Laien Octavian Apostatus. Der Heilige Vater hörte ruhig zu, um dann aber doch auf die Berufung seines "neuen Verteidigers", diesem Verräter an König Otto Drogo, zu reagieren. Das einzige, was ihn beruhigen konnte, war immernoch der wohlige Geschmack der Suppe Heriberts, die vor der Verhandlung besonders genüsslich war und die er dementsprechend regelrecht mit dem päpstlichen Schlund verschlungen hatte. Dann aber kam wieder sein Zorn auf und der Heilige Vater konnte nicht anders als zu protestieren: "Wir protestieren gegen diesen Willkürakt! Bischof Sebastiano war ein meisterhafter, rechtgläubiger Defensor...Dieser Drogo ist ein Verräter am König und dazu....", er verspürte einen Schmerz im Hals und musste laut loshusten. "Dieser Drogo ist ein...." Wieder musste er husten. "Bischof Drog...." er musste noch tiefer und voller Anstrengung um Luft ringen, doch er konnte nur noch weiter husten. Er stand auf und lehnte sich mit beiden Händen an den Tisch an. Plötzlich trat Blut aus dem päpstlichen Schlund heraus und landete auf dem Tisch. Da wurde dem Heiligen Vater gewahr, dass es etwas mit ihm nicht simmte. Der Schmerz wurde schlimmer und endlich verlor Coelestin langsam aber sicher die Kontrolle über seinen Körper und Bewustsein. Schwindel breitete sich aus und er fiel zu Boden, sein Blick nach oben gerichtet. Er nahm die Welt nur noch ganz grob wahr. Seine Gedanken waren aber noch klar. Was war passiert? Dann wusste er es: Die Suppe! Die Gotteslästerer hatten ihn vergiftet, mit der Nahrung, die er guten Glaubens zu sich nahm, um ihn aus dem Weg zu räumen, aufdass die korrupte Spoleto weiter seine unredlichen Geschäfte machen komnnte. Mit letzter Kraft seiner Stimme sprach er, Blut spuckend, aus: "Ihr Gotteslästerer...wollt den Diener des Herren, den Vikar Christi, das Leben nehmen!? Ihr nehmt es Christus selbst!" Dann fehlten ihm die Kräfte, um weiter zu reden. Eine fiese Mordaktion an der päpstlich hochgeweihten Person war dies, eine Straftat gegen Christus selbst, wie die Juden es hätten kaum besser tun können und einzig der Gedanke beruhigte ihn in diesem Moment, dass er damit, als Opfer dieses Komplotts, ein Märytrer würde am wahren Glauben Christi und dass der himmlische Vater ihn dafür bei sich in seiner Wohnung aufnehmen werde und den Spoleto und seine Ketzer in die äußerste Finsternis verdammen. "Voca me!", sprach der Heilige Märtyrerpapst fast besinnungslos, schloss die Augen und sah ein grelles Licht auf ihn zugehen und er hörte den erhabenen Klang englischer Chöre, die da lobten Gott, den Herren Zebaoth. Nun lag er da blutig im Gerichtssaal. Ob ihm noch jemand helfen könnte? Man wusste es nicht, er war in diesem Moment nicht mehr ansprechbar.

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Montag, 10. Dezember 2018, 13:44

Adelmar und Columban , Bischöffe

Es begab sich zu der Zeit , dass der zweyte Tag der Verhandlung wider Theuduln , den vom Glauben abgefallnen Erzketzer und Erzschelm , zu Augspurg stattfand unter dem Vorsitze unsers Hrn.Kardinal=Legaten Adelph von Ivrea , welchen unser Hl.Vater der Papst entsandt hatte , umb hiesigem Gericht vorzusitzen.
Gerade als der Angeklagte , der sich mannigfaltigster Vergehen schuldig gemacht hatte , anhub , umb sich neuerlich gotteslästerlich zu inscenieren , trat das ein , was die frommen Bischöffe Adelmar und Columban in ihrem unerschütterlichen Glauben noch bestärkte : Der Verwunschne nämlich ward vom Himmel selbst gefällt , traf ihn doch der GÖTTLICHE Richterspruch und er sank leblos darnieder , nicht ohne dass ihm noch ein Schwall von Blut aus dem Munde gekommen wäre.
Im selben Moment aber grollte und donnerte es gar bedräulich und zuckten Blitze am Himmel , und ein jeder Anwesende wusste , dass dies ein GOTTES=Urteil ward.
So huben die frommen Bischöffe an und sprachen lautstark in den Saal hinein : Sehet so fähret der Anti=Christ durch GOTTES weise Rathschlagung zur Hölle ! Halleluja dem HERRN !
Darzu bekreuzigten sich dieselbigen Bischöffe und es thaten ihnen viele gleich. Der unheilige Schlund ist ihm nunmehro immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit verschlossen. Halleluja ! Lobpreiset den ALLMÄCHTIGEN !

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Montag, 10. Dezember 2018, 13:51


Abt Wendelin, wartete also auf jene Zeugin , die er nun bereits zweimal aufgerufen hatte. Bereits verärgert über jenenen unbotmäßigen Peter, wollte er gerade die Wache aufffordern, diese Apollonia zu suchen und vor das Gericht zuschleifen. Pötzlich jedoch meldete sich der Angeklagte zu Wort, er stammelte wie so oft wirres Zeug.
Als dieser jedoch blutspukend zusammenbrach und etwas von Vergiftung murmelte, sprang der Abt auf.
" Einen Medicus, aber aber schnell. Euer Eminenz, ich bitte in aller christlicher Demut, lasst den Saal räumen. Alles was ich Euch zu sagen habe, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt."
Mit diesen Worten wandte er sich aschfahl geworden an den Kardinallegaten. Denn ihm schwante was hier gespielt wurde, Heribert musste irgendwie seine Hände im Spiel haben.
Dieses konnte er dem Legaten nur intern mitteilen, das ginge die Öffentlichkeit nichts an.
"Einen Medicus und dann versorgt den Angeklagen in seiner Zelle. Wache durchsucht vorher diese, nach etwaigen Beweismitteln, Becher Schüsseln, Brot, Wasser, selbst Bücher und Pergamente, alles ist sicherzustellen."
Das etwas passierte , hatte er immer geahnt , jedoch nicht so etwas.

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Montag, 10. Dezember 2018, 16:35

Endlich äußerte sich der Angeklagte hinsichtlich seines neuen, vom Gericht bestimmten Verteidigers. Er setzte in seiner üblichen Art dazu an, indem er sich wieder als Opfer stilisierte und Bischof Drogo von Augsburg als einen Verräter hinstellte, der ihm nun oktroyiert wurde. Soweit war dies vorhersehbar und wenig überraschend gewesen, hatte sich Theodoulos Philanthropenos doch bereits im bisherigen Verhandlungsverlauf als halsstarrig und sich keiner Schuld bewusst erwiesen. Der Kardinallegat maß dem insofern nicht allzu große Aufmerksamkeit teil; dann sollte sich Theodoulos eben selbst verteidigen.

Aber es sollte anders kommen, völlig anders. Plötzlich stockte der Papstdarsteller nämlich merklich und begann zu husten. Zunächst nicht weiter auffällig, doch hielt der Husten an und wurde sogar immer stärker. Bald schon merkte man, dass dies alles andere als normal war, denn schien der Angeklagte doch ernsthafte gesundheitliche Probleme zu erleiden. Es machte sich einige Unruhe im Saal breit und die ersten schlugen bereits ihre Kreuzzeichen. Als es quasi im selben Moment auch noch donnerte, blickte auch Adelphus von Ivrea betreten gen Himmel. Zwei anwesende Bischöfe sprachen bereits von einem Gottesurteil. Und tatsächlich begann Theodoulos kurz darauf Blut zu spucken. Er erhob sich in Panik und brach wenige Momente später besinnungslos zusammen, nicht ohne vorher eine unappetitliche Sauerei angerichtet zu haben. Die Wachen waren ob dieses Spektakels derart verschreckt, dass sie sich nicht einzugreifen wagten.

"Ruhe! Ruhe im Saal!", donnerte der Apostolische Legat und versuchte der Aufregung Herr zu werden. Die Worte, die sein Mitrichter Abt Wendelin an ihn richtete, nahm er nur peripher wahr, richtete sich doch alle Aufmerksamkeit nun auf den Angeklagten, der offenbar im Begriff war, sein Leben auszuhauchen. Es war ja gar nicht daran zu denken, nun einfach den Saal zu räumen, logistisch auch schwer möglich, drängten sich die Schaulustigen doch um den Gestürzten und hatte ein Arzt Mühe, sich einen Weg zu demselben zu bahnen.

Die Mutmaßungen, die Wendelin aufstellte, gingen wohl in die Richtung, dass es sich um einen Giftanschlag auf den Griechen gehandelt habe. Geistesgegenwärtig wollte der Kardinallegat indes nichts davon wissen, drohte dadurch doch noch eine Art Märtyrerstatus des Sterbenden, den es um jeden Preis zu verhindern galt. Nein, die Sache war eindeutig und astrein. Der Legat erhob sich in seinem vollen Ornat, nachdem es abermals gedonnert hatte, und rief mit seiner vollen Stimmgewalt in den Raum: "Gott der Allmächtige hat ihn gerichtet! Wir alle hier wurden Zeugen des göttlichen Wirkens!" Adelphus schlug inbrünstig ein Kreuzzeichen und verneigte sich vor dem sich im Raum befindlichen Kruzifix. "Dieses Gottesurteil führt jedermann die Schuld des Antichristen vor Augen, der nun bereits im Begriff ist, von höllischen Dämonen in die ewige Verdammnis gezerrt zu werden!" Eine profane Vergiftung passte da natürlich nicht ins Bild, daher gebot der Legat den Wachen auch sogleich Einhalt; sie sollten vielmehr die Anwesenden hier auf Abstand halten. Durch das Naturereignis war sich selbst der kritische Adelphus sicher, dass es Gottes Wille gewesen sein musste, der den falschen Papst nun fällte.

Der herbeigeeilte Medicus schien nichts mehr für den Verdammten tun zu können, der nun wohl einen furchtbaren Todeskampf auszustehen hatte, ehe er den letzten Atemzug seines Lebens aushauchte. Die Anwürfe des Krepierenden waren natürlich im Endstadium seiner seit langem ersichtlichen geistigen Umnachtung ausgesprochen worden und entbehrten jedweder Grundlage. Weder der Papst noch sein Legat hatten schließlich ein Interesse daran, dass der Angeklagte während des Prozesses wegstarb. Ganz im Gegenteil war es in gewisser Weise ja sogar schade. Doch gegen den göttlichen Willen konnte sich nicht einmal ein Apostolischer Legat auflehnen; er war schlechterdings zu akzeptieren. Noch gab es keine offizielle Bestätigung, dass Theodoulos verschieden war, doch konnte es sich nur mehr um Minuten handeln.

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Montag, 10. Dezember 2018, 19:22


Wendelin, vernimt die Worte des Kardinallegaten. Nun dann behält er eben sein Wissen für sich. Gegen das Wort Gottesurteil kann nicht einmal er etwas ausrichten.
Er schieb seinen Stuhl weg und geht zu Heribert, dann beugr sich vor und flüßerte ihm etwas zu.
"Gott sei Eurer armen Seele gnädig, wir beide wissen wohl wie der Strolch umkam. Ihr hab ihn umgebracht, um Eure eigene Missetaten zu verschleiern, aber sei es drum, ein Gottesurteil gut, so soll es sein.
Eines noch auf den Weg, ich fusche euch nichts ins Handwerk und ihr haltet Euch von unseren Besitzungen, Liegenschaften und vor allem unseren Klöstern fern. die Kirchen zu Calbe und den umliegenden Gemeinden unterstehen meiner Obhut.
So können wir beide gut exestieren, ihr als Erzbischof, zwar faktisch ohne Bistum, wenn mann von de Stadt Magdeburg absieht, ich als Abt mit meinen Klöstern und den Kirchen in unseren Grafschaften."
Damit hatte Wendelin faktisch Heribert die Hand gereicht, mehr konnte und wollte er nicht tun. Er selbst würde aus diesem Prozess gestärkt hervorgehen.

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Dienstag, 11. Dezember 2018, 10:54

So geschah es, daß Herbert, Erzbischoff, auch Domkapitular von Halberstadt seit 925, Domkapitular von Hildesheim seit 932, Domkapitular von Havelberg seit 948, Domkapitular von Brandenburg seit 950, sich einfand am zweiten Verhandlungstag, der da aber nicht war der zweite und nicht einmal der dritte Tag, sondern sogar erst der vierte Tag, vom ersten Verhandlungstag aus gezählt, wodurch also nicht weniger als drei Tage zwischen den beiden Verhandlungstagen lagen.
Vor der Tagung aber ließ Herbert, der FROMME, dem Theodosios wiederum ein Süppchen reichen, wie es der Brauch mittlerweile wollte, das aber um eine bekömmliche Zutat bereichert war, ein Extrakt aus erlesensten Kräutern. Da aber erwies es sich als fatal und gar unerquicklich, dass Herbert, der FROMME, kurz zuvor vom Abt Wendlein in Verwirrung gebracht worden war, hatte er doch versehentlich den Inhalt des falschen Fläschchens in die Suppe des Theodosios gegeben, was indes daran lag, dass er gleich aussehende Ampullen verwendete. Zwar hatte der FROMME daran gedacht, dem falschen Papst einen Ausweg zu ermöglichen, doch hatte der bekanntlich gar entrüstet abgelehnt. Nun aber war es ein Versehen, auch Unfall zu nennen.
Als Theodosios, der sich wohl noch immer für den Papst hielt, dann Blut spuckte, wußte Herbert, daß es um den Burschen geschehen war, denn das Gift des Mönchs- auch Eisenhutes war gar tückisch und todbringend.
"Ein untrügliches Gottesurteil! Der falsche Papst ist hinüber, so viel kann man ersehen!" rief Heribert erregt und war sich gewiß, daß ein Urteil des Himmels für alle Beteiligten die sinnigste Erklärung war.
Da aber wandte sich Wendlein, der Intrigante, an Herbert und flüßterte gar heimlich zu ihm. Der Abt schien den wahren Grund des Vorgangs zu erahnen und schlug nun zu Herberts Überraschung eine Art Kompromiß vor. Obwohl kein Mensch dem FROMMEN einen Mord nachweisen konnte, mochte es ein Anlaß sein, den unnötigen Zwist endlich zu begraben. "Also gut und schön, seien EUrer Abtschaft Klöster und Kirchen unberührt von Magdeburgs direkter Einmischung!!!1!" Sollte man dem Unbelehrbaren eben nachgeben um des lieben Friedens willen! Herbert der FROMME hatte schließlich genügend Pfründen, war er doch mannigfaltiger Domkapitular und desweiteren!
"Nun laßt uns aber zunächst zum Antichristen schauen!" rief Heribert und trat gleich nächst dem Medicus, der da untersuchte den Leblosen. "Fürwahr, der Papstschauspieler ist nicht mehr!!" bekreuzigte sich der FROMME und war ganz verwirrt, wie das hatte passieren können. Denn dergestalt war es kein Mord, sondern ein Unfall! Deswegen war Herberts Gewissen rein.