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[Verkaufsraum] Schuhe und mehr

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Dienstag, 18. Dezember 2018, 08:38

Schuhe und mehr

Kosmas betrat mit freudiger Erwartung die Schusterei des Arethas Sarentos. Er freute sich ehrlich den netten Schuster wiederzusehen, doch führte ihn mehr als nur ein Plausch und ein paar neue Schuhe hierher. Erst kürzlich war Kosmas zum Parakoimomenos und damit zum obersten Eunuchen des Reiches ernnant worden und die gegenwärtige politische Lage liess es vernünftig erscheinen das er seine alte Bekannschaft mit Arethas und seiner Bruderschaft wieder aufleben liess.

Der junge Eunuch war die letzten paar Monate Protovestiarios seiner Majästät gewesen und hatte nun wahrlich genug Zugang zu exquisiten Schuhen gehabt, doch erinnerte er sich sehr gerne an die ausgezeichnete Handwerkskunst des Meisters Sarentos. Bedacht sah er sich um während er darauf wartete das der Schustermeister aus seiner Werkstatt kam.

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Donnerstag, 20. Dezember 2018, 11:41

Hoher Besuch kurz vor der Jahreswende: Niemand Geringerer als der neue Parakoimomenos und Proedros beehrte die Schusterei in der Innenstadt von Konstantinopel. Dort war Kosmas Laskaris kein Unbekannter, war er hier doch schon vor längerer Zeit hergekommen. Meister Arethas Sarentos widmete sich dem hohen Gast natürlich höchstpersönlich, nachdem ihn sein Geselle davon in Kenntnis gesetzt hatte. Sicherlich stand vor dem Geschäft die Kutsche des höchsten Eunuchen des Reiches, denn dass er zu Fuß hierher kam, war sehr unwahrscheinlich.

"Euer Exzellenz, was für eine Freude, Euch wiederzusehen", begann Arethas freundlich und fügte hinzu: "Ich darf Euch herzlich zu Eurem Aufstieg gratulieren, der bereits in aller Munde ist." Das konnte man wohl sagen, war doch erst kürzlich ein Pamphlet kursiert, das die jüngsten Personalentscheidungen bei Hofe kritisch kommentierte und auch den Laskaris eher zweideutig namentlich erwähnte. "Womit kann ich heute dienen?" Vermutlich hatte es mit Schuhen zu tun.

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Sonntag, 30. Dezember 2018, 09:45

Kosmas lächelte innerlich ob der Begrüssung die doch so anders war als die die er hier bei seinem letzten Besuch vor über einem Jahr erhalten hatte. Natürlich war der Schustermeister auch damals sehr freundloch gewesen, doch war Kosmas nur ein normaler Kunde gewesen und nicht wie jetzt einer der wichtigsten Würdenträger des Reiches. Freundlich begann er:

Seid gegrüsst mein lieber Meister Sarentos! Verzeiht das ich nicht schon früher hierher zurückgekehrt bin. Die Schuhe die ihr mir verkauftet waren gar hervorragend und es ist allerhöchste Zeit das ich mir ein paar Paare mehr zulege.


Sich nun näher an den Schuster heranbeugend erwähnte er noch den zweiten Grund seines Besuches.

Als Parakaimomenos muss ich ja unablässig unterwegs sein im Dienste des Kaisers und des Reiches. Wie ihr vieleicht gehört habt sind nicht alle treue Diener unseres Autokrators und gottgewollten Kaisers. Ich wundere mich ob ihr und eure Bruderschaft da vieleicht helfen könntet.


Sollte es Kosmas gelingen die kaiserlichen Spione und die geheime Bruderschaft des Patriarchen zusammen arbeiten zu lassen würden die Feinde Gottes und es Kaisers schon bald büssen müssen.

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Montag, 31. Dezember 2018, 11:50

Zur Freude des Schustermeisters fand der hochrangige Eunuch nur Worte des Lobes über die Ware, die er hier vor einiger Zeit erstanden hatte. Dies konnte Sarentos nur recht sein, denn so würde sich der gute Ruf seines Betriebes auch im Palast weiter verbreiten und sich die zahlungskräftige Kundschaft wohl noch vermehren. Er nickte etwas untertänig und lauschte den weiteren Ausführungen des neuen Parakoimomenos. Der zweite Punkt, um den es wohl primär zu gehen schien, brachte Arethas dazu, seinen Tonfall ebenfalls etwas zu senken. Laskaris jedenfalls spielte auf den Orden der Heiligen Sophia an, die dem Patriarchen unterstand und deren genaue Rolle zumindest obskur blieb.

"Ihr scheint bestens informiert zu sein, Exzellenz", erwiderte Arethas Sarentos. Offenkundig wusste der Oberstkämmerer genau Bescheid, denn nur wenige waren von des Sarentos Rolle innerhalb des Ordens im Bilde. "Neider und Spötter wird es immer geben. Wie aber könnte ich in meiner bescheidenen Position hier konkret behilflich sein?" Natürlich spielte Sarentos seine eigene Rolle herunter, auch wenn er Eingeweihten als eine der wichtigsten Persönlichkeiten innerhalb des Sophienordens und gar als eine Art rechte Hand des Patriarchen galt. Ein Umstand, der ihm nicht nur Freunde einbrachte, beäugten doch gerade klerikale Kreise den Einfluss eines Laien kritisch.

Um die Aufmerksamkeit seines Gesellen und der Lehrlinge nicht auf diese Dinge zu lenken, suchte der Meister quasi nebenbei zwei Paar sehr prunkvoller Schuhe heraus, um oberflächlich seinem eigentlichen Berufsfeld nachzukommen. "Vielleicht sagen Euch diese zu", meinte er zu Kosmas Laskaris. Das eine Paar war in Weinrot gehalten, das andere in Königsblau. "Diese hier sind vermutlich zu klein, doch ließen sich entsprechend angepasste Modelle problemlos anfertigen." Denn diese Probeexemplare hatten natürlich nicht haargenau Kosmas' Maße, auf die Arethas nun einen Blick in seinen Unterlagen warf, hatte er doch bereits für Laskaris gearbeitet. "Ja, es fehlt wohl gut zwei Finger breit an der Länge, lebt Ihr doch auf großem Fuß." Und das in doppelter Hinsicht, galt der Parakoimomenos doch als einer der vermögendsten Höflinge überhaupt.

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Samstag, 5. Januar 2019, 12:39

Kosmas nahm wohlwollend zur Kenntniss das der Schustermeister verstand was seine Anliegen waren und das zweite Anliegen mit der nötigen Diskretion behandelte. Dem entsprechend lobte er laut die Schuhe und gab gleich zwei Paar als Massanfertigungen in Auftrag. An Geld mangelte es ihm ja nicht. Deutlich leiser fuhr er dann fort:

"Es wäre mir ja egal wenn ja nur ich verspottet würde oder die anderen Höflinge, doch diese Frevler vergehen sich am Ansehen unseres Autokrators mit gar gotteslästerlichen Anschuldigungen. Es ist wahr das sowohl der Autokrator als auch seine Allheiligkeit momentan eine stabile Position inne haben, doch wer weis was solche unheiligen Verschwörer erreichen können wenn man sie nur gewähren lässt."


Der junge Parakaimomenos übertrieb hier nicht. Das neue Rom schien mindestens so schnell seine Kaiser ein gewaltsames Ende finden zu sehen als das alte und auch ein Patriarch konnte zumindest verbannt werden, wenn sich der politische Wind gegen ihn drehte. Vorsoge gegen Verrat und Zersetzung war darum von höchster Wichtigkeit.

"Ich gedenke solch sündhafte Umtriebe nicht ungestraft zu lassen. Als erstes werde ich sicherstellen das der Hofstaat unserem Kaiser treu ergeben ist und es wäre sicher nicht schlecht wenn ein gewisse Koordination mit den anderen Elementen der Gesellschaft stattfinden würde."


Im Speziellen dachte der Parakaimomenos da natürlich an den Patriarchen und seinen Sophienorden. Zusammen würde man den Verrätern das Leben ganz schön schwer machen können.

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Samstag, 5. Januar 2019, 13:04

Der Schuhkauf geriet rasch zum Nebensächlichen, ging es hier doch um ganz essentielle Dinge der großen Politik, was Arethas sofort merkte. Als Verbindungsperson zum Patriarchen war er für den frisch gekürten Parakoimomenos wohl von einigem Wert, wollte dieser nicht gleich direkt mit der Allheiligkeit in Kontakt treten.

"Ihr wähnt bereits eine mögliche Verschwörung, Euer Exzellenz?", fragte der Schustermeister erschrocken nach. Die Intrigen bei Hofe waren ja berüchtigt. "Vielleicht gefällt manch einem am Hofe Euer rascher Aufstieg nicht", mutmaßte Sarentos. Laskaris wollte offenbar seine eigene Position stärken.

"Gerne werde ich mein bescheidenes Gewicht in die Waagschale werfen, um ein verstärktes Zusammengehen in die Wege zu leiten." Damit war selbstverständlich gemeint, dass der Patriarch und der Sophienorden sich mit dem neuen Chefeunuchen verbünden könnten.

"Fürwahr kursieren manche abstrusen Gerüchte über den Autokrator, die auch Eure Person miteinbeziehen. Ihr kennt dieses Pamphlet vermutlich bereits?" Sprach's und holte dasselbe, das er vor einiger Zeit bekommen hatte, aus einer Schublade hervor, um es Kosmas Laskaris zu überreichen.

7

Mittwoch, 9. Januar 2019, 09:48

Der Parakaimomenos war gut informiert über die schmählichen und hochverräterischen Pamphlete die seit einiger Zeit kursierten und war nicht überrascht das die neuste Ausgabe dieses Schandwerks auch ihn selbst erwähnte. Wie verräterisch konnte man nur denken um so wie dieser "besorgte Mitbprger" seinen Kaiser zu verraten. Dies war eine Grundhaltung die sich nicht ausbreitem durfte und der besorgte Mitbürger solltesich mal lieber Sorgen machen was mit ihm passieren würde wenn er dem Kaier in die Hände fiel. Kosmas antwortete:

"Ja, mir sind diese Schandwerke bekannt und auch wenn mir die Behandlung meiner Person darin nichts ausmacht so erzürnt mich doch die hochverräterische Verleumdung unseres Autokrators aufs heftigste. Dies wird nurnoch dadurch gesteigert das einige der vorherigen Machwerke sich sogar erdristeten seine Allheiligkeit herabzuwürdigen. Wer immer diese Pamphlete verfasst muss sich vollkommen von Gott und dem gottgewollten Kaisertum unseres Reiches abgewand haben. Manchmal hoffe ich das dies das Werk eines muselmanischen Spions ist der dem Reich mit dieser Propaganda schaden will. Ist es doch zu schmerzlich darüber nachzudenken das ein vorgeblicher Christenmensch zu solch einer Judastat fähig wäre."


Kosmas war aufrichtig aufgebracht. Er glaubte an die göttliche Bestimmung des Autokrators zu herrschen und wäre auch aus persönlichen Gründen nie auf ide Idee gekommen dies zu hinterfragen. War er doch mit seiner eigenen Karriere vollkommen vom Kaiser abhängig. Nun an den Meister Sarentos gewand erläutette er:

"Eure Hilfe würde vom Hof sehr wohlwollend zur Kenntniss genommen werden. Ich plane den kaiserliche Nachrichtendienst zu reformieren um sicherzustellen das dieser seine Aufgabe treu und zuverlässig erfüllt. In den nächsten Wochen wird euch jemand hier aufsuchen der neben Schuhen auch einen Informationsaustausch zwischen den Kaiserlichen und eurem Orden aufbauen soll. Er wird sich mit dem Psalm 37:28 euch gegenüber identifizieren. Denn der Herr hat das Recht lieb und verlässt seine Heiligen nicht. Ewiglich werden sie bewahrt, doch das Geschlecht der Frevler wird ausgerottet."

8

Mittwoch, 9. Januar 2019, 20:00

Der Oberstkämmerer Seiner Majestät wusste wirklich bereits um den Inhalt dieses Pamphlets. Dies zeugte davon, dass der neue Parakoimomenos wohl ein sehr gewitzter Mann war, der an diesen Dingen interessiert war, anders als einige seine Vorgänger. Besonders erzürnte den Laskaris, dass der Kaiser in den Dreck gezogen wurde; seine eigene Nennung konnte er hingegen hinnehmen. Es war ihm unverständlich, wieso jemand dergleichen überhaupt verfassen konnte.

"Ein gar bedenkenswerter Gedanke, Euer Exzellenz. Womöglich ist's gar das Werk von Ungläubigen. Aber es könnte auch bewusst lanciert sein, um das Reich gegen die Muslime aufzuhetzen." Dies kam Arethas gerade spontan. Einen wirklichen Beweis für diese oder jene Theorie gab es bisher ohnehin nicht. Wie sollte man also darauf reagieren? "Fürwahr, auch der Patriarch wurde schon das Opfer von derartigen Schmierereien. Es fragt sich, ob das professionelle Netzwerke sind oder doch nur ein verrückter Einzeltäter."

Dann betonte, dass der Hof die Hilfe sehr wohlwollend auffassen würde, was immer damit genau gemeint war. Offenbar hielt man Sarentos für den wichtigsten Verbindungsmann zum Sophienorden. Jedenfalls erläuterte Laskaris dann seine Absichten hinsichtlich des kaiserlichen Nachrichtendienstes. Es würde in einigen Wochen irgendwer hier in der Schusterei aufkreuzen und sich durch einen Psalm identifizieren. Arethas war ganz Ohr, denn solche geheimen Operationen waren nicht nur alles andere als tagtäglich, sie waren auch spannend.

"Ich habe verstanden, Exzellenz. Ich werde bereitstehen, sowie man nach mir ruft." Womöglich könnte Laskaris als Gegenleistung für die Hilfe des Ordens Interna aus dem engsten Umkreis des Kaisers zu Gehör bringen. Denn auch der Patriarch hatte davon ja keine direkte Kenntnis, was in der Schaltzentrale der Macht vor sich ging.

9

Mittwoch, 9. Januar 2019, 23:56

Dieses Gespräch war sehr zur Zufriedenheit des neuen Parakaimomenos verlaufen. Er dankte dem Schustermeister für seine Hilfe und bestätigte die Schuhbestellung. Bevor er jedoch ging sagte er noch:

"Da ist noch etwas. Ich reformiere ja den kaiserlichen Nachrichtendienst und auch so manches andere Amt im Palast. Dafür suche ich intelligente Bewerber die dem Kaiser und unserer heiligen Mutter Kirche treu ergeben sind."


Weniger politisch korrekt hies das, dass Kosmas die Palastbedinsteten die ihm nicht passten abschob und mit neuen ersetzte die er selbst ausgewählt hatte. Dies diente sowohl dazu eventuellem Verrat vorzubeugen und auch die Qualität zu erhöhen, den die letzten paar Parakimomenose hatten nicht wirklich auf die Effizienz des Palastdienstes geachtet.

"Solltet ihr begabte junge Männer kennen die sich nicht für den Kirchendienst interessieren, aber dem Reich und Gott dienen wollen so gebt ihnen bitte eine Empfehlung für mich und ich werde sie wohlwollend in Erwägung ziehen. Ich kann euch versichern das der Palastdienst sowohl persönlich als auch von der Verantwortung sehr befriedigend ist."


Böse Zungen hätten jetzt gleich wieder einwenden können das es gut war das zumindest seine offiziellen Aufgaben befriedigend waren, wo er doch sonst ein Eunuch war, doch kam Kosmas garnicht darauf das die Verbindung von Palastdienst und Eunuchentum manchen Leuten als weniger ansprechende Karriere erscheinen könnte. So fuhr er fort:

"Sie müssten natürlich dazu bereit sein sich kastrieren zu lassen, doch kann ich euch versichern das dieses kleine Opfer die Ehre und das Ansehen wert ist."


Kosmas konnte da natürlich gut reden. War er doch innerhalb von einem Jahr zum höchsten Eunuchenamt aufgestiegen. Andere würden da weniger steile Karrieren haben, aber der Parakaimomenos plante diejenigen die ihm und dem Kaiser (in der Reihenfolge) treu ergeben waren, reich zu belohnen.

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Mittwoch, 16. Januar 2019, 17:56

Der Parakoimomenos fuhr dann fort und führte aus, dass er eine Reformierung des kaiserlichen Nachrichtendienstes und mehr anvisierte. Er suchte insofern nach gescheiten Bewerbern, die Kaiser und Kirche treu untertan waren.

"Vergebt mir die Anmerkung, Exzellenz, aber Ihr seid wahrlich ambitioniert, was ich persönlich sehr begrüße, scheinen Seine Majestät in der Vergangenheit ja zuweilen von ... wie soll ich es formulieren ... nicht immer den tadellosesten Personen umgeben gewesen zu sein." Es machte ja durchaus die Runde, dass sich diverse Amtsinhaber nicht gerade mir Ruhm bekleckerten und dass bestimmte Ämter an Schleudersitze erinnerten. "Ich bin mir indes sicher, dass Euer Exzellenz aus anderem Holz geschnitten sind und es verstehen, sich des Kaisers Gunst bis in die ferne Zukunft hin zu bewahren."

Eine solche persönliche Anmerkung durfte schon sein, dachte sich Sarentos, denn Laskaris kam ihm durchaus sympathisch vor und schien ehrlich gewillt, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Thron und Altar zu beschirmen. Er wirkte daher recht untypisch für einen Hofeunuchen, die im Rufe standen, meist primär der eigenen Tasche zuzuarbeiten.

"Selbstverständlich werde ich mich umhören und versuchen, in Frage kommende junge Männer ausfindig zu machen. So manch einer ist durchaus bereit, dies und das zu opfern, um Kaiser und Reich besonders dienlich zu sein." Auch wenn man das in späteren Jahrhunderten seltsam fand, so bot eine Kastration und das Dasein als Eunuch gerade für Männer der unteren Schichten ungeahnte Aufstiegsmöglichkeiten. Die Kirche sah die Kastrierung offiziell kritisch, aber duldete sie faktisch, hatte sie doch selbst genügend Kastraten in ihren Reihen.

"Erlaubt mir, wenn ich so direkt nachfrage, doch wer, wenn nicht Ihr, wüsste darum aus erster Hand Bescheid: Ist es wahr, was man sich über Seine Majestät erzählt? Nicht dass dies meine Treue zum Kaiserhaus in Frage stellen sollte, Exzellenz, nur denke ich, der Sophienorden sollte doch genau im Bilde sein, was die wirklichen die Fakten anbelangt. Sicherlich würde der Orden sie niemals gegen unseren erhabensten Kaiser einsetzen, dessen seid gewiss." Es kursierten ja allerhand Gerüchte, meistens natürlich nur vom Hörensagen, so dass niemand so recht wusste, was wirklich dran war.

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Samstag, 19. Januar 2019, 23:02

Der Schustermeister war gerne bereit behilflich zu sein, doch wagte er nun ein paar direktere Fragen. Er spielte auf die wohlbekannten Gerüchte an die auch die Kaisertreuen nicht einfach so weg reden konnten. Romanos II. war nunmal wirklich kein Heiliger und seine Diskretion war auch eher verbesserungswürdig. Kosmas seuftzte innerlich, liess sich aber äusserlich nichts anmerken und antwortetet.

"Ich hoffe nur Gott und dem Reich so lange wie möglich von Diensten sein zu können. Wir benötigen die Hilfe von sovielen rechtgläubigen und loyalen Männern wie wir nur finden können um Kaiser, Reich und den wahren Glauben zu bewahren.


Was den Kaiser angeht so ist auch er nur ein sterblicher Mann und versteht das auch er von Zeit zu Zeit ein Sünder ist der nur durch die Vergebung unseres Herren Jesus Christos errettet werden kann. Dies sind jedoch Angelegenheiten um die sich seine Allheiligkeit als Konfessor des Autokrators kümmert. Ich beschränke mich darauf ihn vor weltlichem Unheil zu bewahren."


"Von Zeit zu Zeit" war eine recht grosszügige Beschreibung für die Sündenfrequenz des Kaisers und das mit dem erkennen das er sterblich ist, klappte auch nur unterhalb eines gewissen Promillespiegels. Kosmas deutete jedoch an das der Patriarch als Grossmeister des Ordens der Hl. Sophia ja umfänglich informiert war. Dies implizierte natürlich das solche Fragen wie die Sünden des Kaisers besser das Problem seiner Allheiligkeit blieben als das sich das Fussvolk da Gedanken drüber machen müsste. Solange der Patriarch den Kaiser unterstützte konnten sie ja nicht so schlimm sein.

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Montag, 4. Februar 2019, 17:51

Der hochrangige Höfling Laskaris bestätigte die Gerüchte um den Kaiser zwar nicht explizit, stritt es aber auch nicht gänzlich ab. Damit erwies er sich letztlich als durchaus vertrauenswürdig, wusste der Patriarch doch um die kaiserlichen Verfehlungen, auch wenn er diese in der Beichte gewonnenen Erkenntnisse sicherlich nicht widerrechtlich ausgenutzt hätte.

"Sehrwohl, Euer Exzellenz. Ich bin mir sicher, dass wir eine hervorragende Zusammenarbeit haben werden", schloss Meister Arethas Sarentos, denn das Wesentliche schien ja nun geklärt zu sein.

"Ich werde Euch alsbald in Kenntnis setzen lassen, sowie ich etwas vorzuweisen habe, was Eurer Exzellenz entgegenkommen könnte." Denn die letzte Entscheidung lag natürlich beim Parakoimomenos.

"Dann bleibt mir vorerst wohl nur, Euch einen guten Tag zu wünschen. Die Schuhe werden Euch in Kürze in den Palast geliefert werden." Schließlich konnte Kosmas Laskaris nicht ohne diese Erkenntnis gehen, musste doch der Schein gewahrt bleiben, dass er sich vornehmlich der Schuhe wegen hierher begeben hatte.

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