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Rhomäisches Reich: Der Friedensvertrag zwischen dem Kaiser und dem Kalifen wurde beiderseitig ratifiziert. Ein Geheimbündnis zwischen dem Reich und den Kiewer Rus wurde geschlossen.
Armenien: Sämtliche Zölle zwischen Armenien und dem Reich wurden aufgehoben. Das Kaiserreich plant den Bau einer Zweigstelle der Kaiserlichen Kreditanstalt in Kars.

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Samstag, 12. Januar 2019, 17:45

Erzbischöfflicher Besuch

Und so ward es und es kam so, daß zur Mitte des Jänner im Jahr 952 es sich begab, daß der Erzbischoff von Magdeburg, Herbert, der Einladung der Frau Oberin Barbara des Klosters St. Barbara zu Frohse an der Elbe, nachzukommen gedachte und sich auf begab nach Frohse, das da lag an der Elbe und in welchem Örtchen sich das Kloster St. Barbara befand. Mit Herbert machte sich ein Zug von etwa zwanzig Geistlichen auf den Weg, ihren Erz=Bischoff zu begleiten, ausserdem etwa fünfundzwanzig Reisige, die den Zug begleiteten. Mit von der Partie waren auch rund einhundert Soldaten, die das königliche Wappen der Ostfranken trugen, war Otto doch Schutz=Herr über Herbert und ausserdem ein guter Freund und Herrscher allhier.
Unter Fanfaren, denn einige Musikanten begleiteten den Zug ebenfalls, ward die Ankunft des Erzbischoffs angekündigt worden. Die Tore des Klosters öffneten sich und einer der Reisigen hub an:

Reisiger Wilhelm von Hadmersleben, Bruder des Bischofs Bernhard von Hadmersleben, Bischof von Halberstadt. Der Bischof befindet sich nicht im Zug, war doch das Verhältnis zwischen ihm und Otto kein gutes, denn Bernhard war ein Gegner des Erzbistums Magdeburgs, weil es seine eigene Macht einschränkte.

"Heda, juchei, heißet willkommen den Erz=Bischoff Heribert, Pfarrer von St. Georg zu Mansfeld, Domkapitular von Halberstadt, Domkapitular von Hildesheim, Domkapitular von Havelberg, Domkapitular von Brandenburg, von Gottes Gnaden Erz=Bischoff von Magdeburg!"donnerte die Stimme des Wilhelm und er stämmte die Hände in die Hüften, begierig darauf, eingelassen zu werden.

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Samstag, 12. Januar 2019, 18:34

Man hörte schlurfende Schritte, dann öffnete sich ein Fenster und die Meisterin der Pforte lugte hindurch.
"Gelob sei der Herr. Wer in Gottes oder in des Teufels Namen wagt es unsere heilige Ruhe zu stören?"
Wie üblich gab sich Maria Dorothea äußerst kratzbürstig. Sie erkannte jenen jungen Mann, welche da herumkrakelte sofort, an seinem Äußeren , seiner Art zu sprechen, das ganze Ebenbild von Schwaster Anna, die einst Oda von Hadmersleben gehiessen.
Ergo tat Maria Dorothea das, was sie für richtig hielt , bevor sie die Tore öffnete , ertönte der Ruf "Anna zur Pforte". Es dauerte einige Minuten bis eine Nonne herbeieilte.
Sie verbugte sich knapp vor der Meisterin der Pforte.
"Gelob sei Jesus Christus, liebe Schwester Du riefest mich?"
"In Ewigkeit Amen, liebe Schwester, ich glaube Deine Verwandtwandtschaft begehrt Einlass, also bitte empfange sie."
Damit drehte sie am Schlüssel und öffnete die Tore. Dann trat sie beiseite.
Somit war es die gute Anna die die Gäste empfing. Diese schaute erwas verwundert, als sie den jungen Mann erkannte.
"Wilhelm? Was bitte , treibt Dich hier her? Ist dem guten Bernd etwas zugestossen? Was bitte sind das für Manieren vor dem Haus Gottes zu herumzuschreien? Erwachsen bist Du geworden. Wie lange haben wir uns nun nicht mehr gesehen? Also sei willkommen."
Erst nachdem sie ihren Halbruder gehörig heruntergeputzt hatte, sah sie den prächtigen Reisewagen und natürlich erkannte sie sofort die Stander des Mansfelders, seines Zeichens Erzbischof zu Magdeburg. Ohne die Antwort ihres Bruders abzuwarten, schritt würdevoll sie auf den Wagen zu und kniete nieder.
"Gelobt sei Jesus Christus, ehrwürdiger Vater. Willkommen zu Sankt Barbara. "
Auch Maria Dorothea hörte die Worte Anna und kniete nieder.
Maria Dorothea, Anna

Sieglinde

Nonne des St.-Barbara-Klosters zu Frohse an der Elbe

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Sonntag, 13. Januar 2019, 02:45

In einiger Entfernung stand Schwester Sieglinde, die man auch das Mannsweib hieß, und beobachtete die Szene am Portal. Ein großer Auflauf, denn niemand Geringerer als der Erzbischof von Magdeburg beehrte St. Barbara zu Frohse an der Elbe. Dem Hörensagen nach war Erzbischof Heribert ein Greis von bald hundert Jahren. Sieglinde, von Natur aus neugierig, wollte sich davon überzeugen und blieb daher am Ort des Geschehens. Scheinbar traf Schwester Anna auf einen engen Verwandten, denn sie begrüßte einen rothaarigen Mann im besten Mannesalter. Es hieß, die Mutter Oberin habe den Erzbischof persönlich hierher eingeladen. Was auch immer dies zu bedeuten hatte. Nachdem sie einen kurzen Blick auf den Alten erhascht hatte, begab sich Sieglinde zurück in die Küche. Das Essen musste schließlich jetzt gar einem hohen Kirchenmann genügen, weswegen sie besonders Obacht geben würde, dass auch alles stimmte.

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Mittwoch, 30. Januar 2019, 21:51


Reisiger Wilhelm


Gar überrascht und dazu völlig hin und weg war Wilhelm, einer der Reisigen des Erzbischoffs, als er das Weib, das da stand und den Zug willkommen hiess, seine halbe Schwester war. Warum er denn schrie, fragte sie! "Na Anna, so hör doch zu, was ich sage! Der Erzbischoff von Magdeburg, Heribert, ist hier auf Einladung deiner Mutter Oberin, so gewährt uns Einlaß und lasset den hohen Kirchenmann nicht länger warten...!" So stand er da mit geschwollener Brust und klopfte auf seinen ledernen Harnisch, um dem Gesagten Ausdruck zu verleihen. Endlich schien Anna verstanden zu haben, worum es hier ging und kniete nieder vor Herbert, dem Frommen.

Der Erzbischoff blickte aus seiner Kutsche hinter dem Vorhang hervor und sah ein gar zu junges Ding, das ihn nun willkommen hiess. "Gott zum Gruss, Kind! So lasset uns ein in Euer Kloster und bring mich zu dieser Barbara, von der ich schon allzu viel gehört habe!"

So liess man den Zug des Erzbischoffs also eintreten und einfahren, im Hof angekommen liess Herbert sich aus seiner Kutsche helfen und wartete darauf, daß man ihn zur Mutter Oberin führen würde...

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Sonntag, 3. Februar 2019, 00:22

Der Rabatz, der am Eingangstor des Klosters veranstaltet wurde, zog allmählich auch die Aufmerksamkeit von Schwester Ursula auf sich, die innerhalb des Grün-Kreuz-Ordens für Disziplin und Ordnung zuständig war und in dieser Rolle voll aufging. Zur Mutter Oberin pflegte sie gar ein recht gutes Verhältnis und sah sich stellenweise als deren rechte Hand, die für Zucht unter den Schwestern sorgte, wenn es nötig war. Auf diesen fetten Pfarrer, der die Tage hier aufgeschlagen war, warf sie seit dessen Ankunft ein besonders wachsames Auge. Die übrigen Schwestern fürchteten die strenge Hand der Nonne, die das Kloster mit eiserner Hand im Namen Barbaras (der Oberin und der Heiligen, nach der das Kloster benannt war, gleichermaßen). Einzig in der Küche stieß Ursula auf offene Arme, nämlich die der Köchin Sieglinde. "Siggi" und "Ursel" verband eine Freundschaft, was nicht groß verwunderlich war, teilten sie sich doch viele Eigenschaften, wenngleich ihr äußeres Erscheinungsbild unterschiedlicher nicht hätte sein können: Ursula war für eine Frau ungewöhnlich groß gewachsen, schlank, das Gesicht frei von Falten und wenn man es nicht wusste, konnte man meinen, sie trug einen gar entspannten Gesichtsausdruck. Sieglinde hingegen wirkte klein leicht untersetzt, was jedoch ihren dicken Kleidern geschuldet war, denn wer von der Köchin schon einmal eins übergezogen bekommen hatte, wusste, dass die Frau äußerst kräftig war. Die beiden mürrischen Frauen wirkten unter sich wie ausgewechselt, ja lachten sogar zusammen, wenn die Situation es erlaubte und die Gelegenheit sich ergab.

Nun hatte der laute Wortwechsel zwischen den beiden Halbgeschwistern also auch Ursula auf den Plan gerufen, die sich neugierig näherte. Wie ihre beiden Schwestern sich in den Staub zu werfen, kam ihr überhaupt nicht in den Sinn, viel mehr linste sie frech zur Kutsche hinein und warf einen Blick auf diesen Bischof. Ein alter, runzliger Mann erbot sich ihr, dann zog sie den Kopf aus der Kutsche heraus.
"Na wirds bald?", bellte Ursula in Richtung ihrer Schwestern und postwendend wurde das Tor komplett geöffnet und die Kutsche hereingeführt. Nonnen wuselten durch die Gegend und wer hier nichts zu tun hatte, sah zu, dass sie schleunigst davon kam, ehe Ursel richtig böse wurde.
Nachdem der Mansfelder aus der Kutsche gestiegen war, begrüßte Ursula ihn schließlich auch. Sie küsste die dargereichte Hand mit dem bischöflichen Siegelring und nickte ansonsten nur steif. "Euer Exzellenz, Euer Besuch ehr unser bescheidenes Kloster. Dennoch wäre eine Ankündigung vorab nicht schädlich gewesen, erwischt Ihr uns gleichermaßen doch recht kalt und unvorbereitet. So muss ich Euch mitteilen, dass die Mutter Oberin gerade unabkömmlich ist. Mein Name ist Schwester Ursula, ich werde Euch bis zum Erscheinen der Mutter Oberin als Gastgeberin dienen."
Barbara hatte sich am Morgen krankheitsbedingt in ihr Gemach zurückgezogen und Ursula sah nicht ein, warum sie die Mutter Oberin für diesen unangekündigten Besuch in ihrer Bettruhe stören sollte. Hätte der Bischof sich vorher angekündigt, wäre die Sache wohl anders, aber nun war Usels Laune entsprechend im Keller. "Es ist ja schon beinahe Mittagszeit, ich schlage vor, dass Ihr Euch kurz frisch macht und uns dann zum Mittagessen begleitet."
Die Nonne duldete in der Regel keine Widerrede, sodass auch jetzt ihre Schwestern nicht anders reagierten als sonst, und sich aufmachten, die Worte Ursulas umzusetzen. Kurzum: Man führte den Bischof in die Küche, an der der Speisesaal der Nonnen angrenzte.

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Sonntag, 3. Februar 2019, 22:07

Zwischenzeitlich war ein weiteres Weibsbild aufgetaucht, offenbar eine Autoritätsperson, wenn man nach ihrem äusseren Erscheinungsbild urteilte! Als wäre der Bischoff ein Tier in einer Art Zoo lugte sie zur Kutsche hinein und gab dann den Befehl, das Gefährt passieren und einfahren zu lassen, sodaß man endlich fortschreiten konnte. Wie enttäuscht Herbert allerdings war, als er erfuhr, daß es sich hier mitnichten um die Mutter Oberin handelte, wovon er erst ausgegangen war und wie sehr es ihn enttäuschte, daß die gute Frau derzeit nicht abkömmlich war...!

Den Vorschlag mit dem Mittagessen wollte Herbert dann jedoch gerne annehmen. "Euren Vorschlag, zuerst zu Mittag zu essen, möchte ich gerne annehmen!" Er rieb sich dabei über den Bauch und leckte sich über die Oberlippe. Ein zünftiges Essen wirkte Wunder, wenn man nicht gut gelaunt war und die Abwesenheit der Mutter Oberin wirkte sich alles andere als bessernd auf die Laune des Bischoffs aus...! "So bring mich zu der Stätte, an der Ihr das Mittagessen zu kredenzen gedenkt, Weib, ich folge Euch alldorten!"

So marschierte man also quasi wie im Gänsemarsch - Ursula vorne raus, dahinter Herbert mit ein, zwei Geistlichen als Verstärkung, gefolgt von Willem dem Reisigen und ein, zwei weiterer Burschen. Der Rest hatte sich Verpflegung mitgebracht, man konnte ja nicht davon ausgehen, daß man hier bewirtet werden würde. So packten die Übrigen Angehörigen des Zuges Pakete mit Broten aus, es gab dunkles, knuspriges Brot, dazu dicke, grobe Schwarzwurst und auch etwas Wintergemüse, also Kohl. Man hatte sogar etwas vortägige Suppe dabei, die man an einer nahegelegenen Feuerstelle aufzuwärmen gedachte.

Bald war man in der Küche angekommen.

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Montag, 4. Februar 2019, 23:09

Der Erzbischof zeigte sich einverstanden und man ging in Richtung Küche. Vorher scheuchte Ursula den Mansfelder und seine Mitreisenden jedoch in ein Badezimmer, damit sie sich wuschen, bevor sie sich an den Tisch setzten, so wie es sich gehörte. Die Nonne ging dann voraus und betrat die Küche als Erste. Schwungvoll schlug die Türe auf und knallte gegen die Wand. "Sieglinde, ich habe Besuch mitgebracht. Der Erzbischof von Magdeburg erweist uns seine Ehre. Da Barbara momentan nicht abkömmlich ist, schlug ich ein frühes Mittagessen vor." Nun bewegte sie sich zur Seite und gab den Blick auf den Mansfelder frei.

Sieglinde

Nonne des St.-Barbara-Klosters zu Frohse an der Elbe

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Dienstag, 5. Februar 2019, 19:51

Kaum dass sie zurück in der Küche war, um nach dem Rechten zu sehen, gab es schon eine Störung. Sieglinde war bereits auf 180, da die Küchenhilfe und die Küchenjungen sich wieder einmal besonders dämlich anstellten. Da trat Schwester Ursula ein - eine der wenigen Vertrauten Sieglindes - und eröffnete ihr, dass der gerade angekommene Erzbischof gleich zu Mittag essen wollte. "Auch das noch!", zischte sie, bevor sie sich Ursula direkt zuwandte. "Jawohl, Schwester Vizeoberin", erwiderte sie förmlich, war man ja nicht unter vier Augen. "Ihr habt es gehört, legt einen Zahn zu!", trieb sie die ihr Untergebenen an.

Trude, Küchengehilfin

"Wie sieht er denn aus, der Erzbischof? Ein stattlicher Mann?", fragte die neugierige Trude gleich nach.

"Du wirst ihn schon noch früh genug zu Gesicht bekommen, neugieriges Ding!", scholt Sieglinde sie und drosch ihr mit ihrem berüchtigen Kochlöffel gleich in die Waden.

Küchenjunge Anno Küchenjunge Hanno

"Ein alter Tattergreis ist er, ich habe ihn bereits gesehen!", meinte Anno vorlaut. "Jawohl, wirkt ein wenig senil", steuerte Hanno bei.

"Genug jetzt! Gleich fangt ihr euch ein Satz heiße Ohren ein!", schimpfte die Chefköchin und trommelte wie eine Marschallin mit dem Kochlöffel auf einen Topf. "Legt Brennholz auf, damit es voran geht! Wir sind bereits jetzt im Verzuge!"

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Freitag, 8. Februar 2019, 17:16

Barbara befand sich in der Bibliothek des Klosters, als sie den Radau hörte. Verwundert, aber auch neugierig, legte sie, das gerade aus dem Regal genommen Buch "De Angelis et Demonibus" , des Theologen Eckhard von Hengstenberg, beiseite und ging zum Fenster . Sie hörte einen jungen Mann herumschreien und kurz darauf die unverkennbarte scharfe Stimme Sieglindes. Barbara öffnete einen Fensterflügel und schaute in den Klosterhof. Sie sah die Meisterin der Pforte, eine junge Nonne , Sieglinde, dann einen Greis und einen jungen Kerl. Laut, allerdings auch schärfer als üblich donnerte sie aus dem Fenster "Was in Gottes Namen geht hier vor? Wer wagt es die heilige Ruhe unseres Klosters zu stören? Sieglinde, was sind das für Leute?"
Barbara, war dem Mansfelder nie begegnet, ergo kannte sie den Erzbischof nicht von Angesicht zu Angesicht. Sie warte die Antwort Sieglindes ab , bevor sie das Fenster wieder verschloss.
Auch die Vorsteherin der Bibliothek Schwester Gudrun(Einstmals Gudrun von Hengstenberg, eine entfernte Nachfahrin des Theologen) nährte sich nun dem Fenstern und schaute hinaus.
"Verzeiht ehrwüedige Mutter, ich glaube das ist der Mansfelder, der Erzbischof von Magdeburg."
Barbara schaute kurz zu Gudrun und antworte knapp mit einem "Ah so."
Schwester Gudrun

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Mittwoch, 20. Februar 2019, 21:16

Wie ein Hund dackelte der Erzbischoff in gar treudoofer Art der hochgewachsenen Nönnin hinterher. Gar monströs kam das Mannsweib ihm vor, überragte sie ihn doch um mehr als zwei Kopf...! Ob die Frauinnen in diesem Kloster alle dergestalt... burschikos waren?!
So folgte Herbert also der Nönnin und alsbald erreichte man den Trakt, der die Küche beheimatete. Schon von Weitem hörte man eine Stimme, gar engelsgleich! Neugierig betrat Herbert die zur Speisenzubereitung etablierte Einrichtung und erblickte das Geschöpf, von dem die wohklingenden Töne ausgegangen sein mussten. Mit grossen Augen glotzte Herbert zu der untersetzten Frau, die nur auf den ersten Blick untersetzt wirkte. Gar kräftig war sie, man konnte sie durchaus ebenfalls als Mannsweib bezeichnen, wenngleich dies mehr auf ihre Statur zutraf denn auf ihre Körpergrösse. Herbert näherte sich der Frau, die da ward geheissen Sieglinde, und hofierte ihr. "Gott zum Gruss, holdes Weib! Herbert werde ich genannt, Erzbischoff zu Magdeburg, Pfarrer von St. Georg zu Mansfeld Domkapitular von Halberstadt seit 925 Domkapitular von Hildesheim seit 932 Domkapitular von Havelberg seit 948 Domkapitular von Brandenburg seit 950 Erzbischof von Magdeburg seit 951! Ihr erlaubt...?!", fragte er und ergriff die Hand der Sieglinde, die er mit seinen trockenen Lippen zart küsste. "Eine gar vortreffliche Küche nennt Ihr Euer eigen!" sprach er und sah sich interessiert um.

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Sonntag, 10. März 2019, 13:18

Barbara war aus der Bibliothek zurückgekehrt, das Buch hatte sie mirgenommen, nun thronte sie wieder hinter ihrem Schreibtisch, sie sah heute noch unnahbarer aus.
"So, der Erzbischof, nun denn sorgt dafür das dessen Leute versorgt werden und bringt den Mann , so er sich gestärkt hat, zu mir. Der gute Dokor Luder ist inzwischen wieder fort? was ist mit die Inqisitor der hier die gegend unsicher machte, ist jener auch wieder abgezogen? Clara, Wein und zwei Kelche."
Wortlos brachte Schwester Clara das geforderte, knikste und verschwand wieder im Vorraum. Verwundert schaute Barbara ihr hinterher, anscheinen musste sie lauter sprechen.
"Clara!"
Diese erschienen, knikste.
"Ehrwürde Mutter".
"Ich geruhte Dich nach Dr. Luder und den Inquisitor zufragen. Es wäre schön wenn ich eine Antwort erhlelt. Mir scheint Dein Gehör ist nicht mehr das Beste, ich werde Dir ein Hörrohr fertigen lassen."
Schwester Clara, eine in das Kloster verkaufte Bürgerstochter aus Magdeburg, die als Willa Krautmenger geboren, knikste wiederum.
"Verzeiht Ehrwürdige Mutter, also der Herr doktor Luder ist auf den Weg in seine Pfarre, hörte ich von Schwester Hedwig. Das der Inqusitor abgezogen ist bestättigte Meister Gero. Natürlich werde ich den Herrn Erzbischof zu Euch geleiten, ehrwürdige Mutter. was mein Gehör betriff, ja es könnte besser sein."

Barbara indes erwartet also den Erzbischof, gnädig mit der Hand winkend entliess sie Clara. So langsam wie jene erschienen war, so schnell verschwand sie wieder im Vorraum.

Schwester Clara

Sieglinde

Nonne des St.-Barbara-Klosters zu Frohse an der Elbe

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Mittwoch, 20. März 2019, 23:39

Wie ein Hund dackelte der Erzbischoff in gar treudoofer Art der hochgewachsenen Nönnin hinterher. Gar monströs kam das Mannsweib ihm vor, überragte sie ihn doch um mehr als zwei Kopf...! Ob die Frauinnen in diesem Kloster alle dergestalt... burschikos waren?!
So folgte Herbert also der Nönnin und alsbald erreichte man den Trakt, der die Küche beheimatete. Schon von Weitem hörte man eine Stimme, gar engelsgleich! Neugierig betrat Herbert die zur Speisenzubereitung etablierte Einrichtung und erblickte das Geschöpf, von dem die wohklingenden Töne ausgegangen sein mussten. Mit grossen Augen glotzte Herbert zu der untersetzten Frau, die nur auf den ersten Blick untersetzt wirkte. Gar kräftig war sie, man konnte sie durchaus ebenfalls als Mannsweib bezeichnen, wenngleich dies mehr auf ihre Statur zutraf denn auf ihre Körpergrösse. Herbert näherte sich der Frau, die da ward geheissen Sieglinde, und hofierte ihr. "Gott zum Gruss, holdes Weib! Herbert werde ich genannt, Erzbischoff zu Magdeburg, Pfarrer von St. Georg zu Mansfeld Domkapitular von Halberstadt seit 925 Domkapitular von Hildesheim seit 932 Domkapitular von Havelberg seit 948 Domkapitular von Brandenburg seit 950 Erzbischof von Magdeburg seit 951! Ihr erlaubt...?!", fragte er und ergriff die Hand der Sieglinde, die er mit seinen trockenen Lippen zart küsste. "Eine gar vortreffliche Küche nennt Ihr Euer eigen!" sprach er und sah sich interessiert um.
Nur Minuten später wurde der Erzbischof von Magdeburg in die Küche des Klosters geführt - von Schwester Ursula höchstpersönlich. Pflichtschuldig verneigte sich Sieglinde vor dem Kirchenfürsten. Ehe sie sich versah, küsste der Mansfelder gar ihre Hand. Dergleichen kam im Kloster normalerweise nicht vor und Sieglinde war etwas peinlich berührt, doch konnte sie dem Erzbischof ja schlecht die Hand wegziehen.
"Euer Hochwürdigste Exzellenz", begrüßte sie Erzbischof Heribert förmlich. "Fürwahr, ich stehe dieser bescheidenden Klosterküche vor. Wenn Ihr Euch schon setzen wollt, es wird sogleich aufgetischt."
Dies auch als Hinweis an Trude und die Küchenjungen zu verstehen, die säumig waren und hochinteressiert lieber zum Mansfelder schauten, statt ihren Pflichten nachzukommen.
"Na wird's bald! Wir können den Erzbischof doch nicht warten lassen! Legt euch ins Zeug!", brüllte sie Anno und Hanno an. "Trude, serviere dem Herrn Erzbischof ein Getränk, solange er wartet!"

Trude, Küchengehilfin

"Ein malziges Bier, Euer Exzellenz", stellte sie dem Mannsfelder dann einen prall gefüllten Krug dunklen Bieres auf den Tisch. "Wohl bekomm's."


Sim-Off:
Pardoniert mich für die späte Reaktion, Herr Erzbischof.

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Samstag, 6. April 2019, 15:52

Und so war es und so kam es, der Erzbischoff zu Magdeburg wurde der Köchin Sieglinde vorgestellt, ein wahrhaft prachtvolles Exemplar eines Weibsbildes. Er sah sich weiterhin um, erhob den Kopf und schnüffelte. "Es riecht hier gar vortrefflich, will nicht sagen: vorzüglich, Ihr müßt die beste Köchin hierzulande sein!! Nur seltenst kommt man in den Genuß dieses Geruchs zuhause in Magdeburg. Wenn Ihr erlaubt, so würde ich gerne einen Blick werfen auf die Speisen, die Ihr zubereitet!" Sprachs und lief zum Feuer, das da loderte an der Kochstelle. Er hielt den Zinken über den Topf und sog den wohlriechenden Duft nach Essen ein. "Da muß ich doch, also, wenn Ihr erlaubt, ich will sogleich probieren!" rief er und schnappte sich eine Kelle die da lag umher, näherte sich dem Topf, holte etwas der Suppe heraus und schlürfte. Ja hatte er sich doch verbrannt ob der heißen Temperatur der flüssigen Speise! "AU!", rief der Erzbischoff und liess die Kelle in den Topf fallen, schreckte nach hinten, trat dabei gegen den Topf, der durch die Wucht des erzbischöfflichen Tritts bedingt aus seiner Halterung sprang und zu Boden fiel, dabei die schöne Suppe über dem Küchenboden verteilend. "Die gute Suppe!", schimpfte der Bischof und rieb sich über die verbrannte Lippe.

14

Samstag, 6. April 2019, 17:40

Nachdem die gute ckara wieder verschwunden hielt es auch barbara nicht mehr in ihren Räumen, sie begabt sich in Richtung Küchentrackt.
Schon auf dem Gang zur Küche hörte sie lautes Wehklagen und das Geschimpfe der gute Sieglinde.
Also endweder hat sich die Gute in den Finger geschnitten, oder sie traktiert mit dem Kochlöffel , das Küchenpersonal, den guten Erzbischof wird sie damit hoffentlich nicht..., weiter verfolgte Barbara ihre gedanken nicht. Sie lief unbewusst etwas schneller. Allerdings hätte sich diesn Anblick ,den man ihr in der Küche bot , auch ersparen können.
Ein alter Mann der sich den Mund hielt, Sieglinde mit puterrotem Kopf, die Arme in die Hüften gestemmt, so standen beiden von einumfestürzten Topf, aus dem Suppe audgeschüttet war. Trude die Magd und die beiden Küchenknaben hockten ängstlich in einer Ecke, ausser der Reichweite von Sieglinde.
Barbara, betrat die Küche, sie achtete darauf nicht in die suppe zu tretten, mit strenger Mine und ohne die auch unter Mitschwestern üblichliche Grußformel blaffte sie los.
" Was in des lieben Herrgotts Namen geht hier vor. Seit wann Essen wir wie das Vieh vom Fußboden? Also ich höre! Wer ist für diese Missetat verantwortlich?"
Ohne eine Antwort , die sie natürlich hören wollte, abzuwarten, polterte sie bereits die nächsten Befehle.
"Anno, Hanno, holt Sand aber sputet euch. Ach und nehmt keine Küchengeräte, lasst Euch von der Schwester Gärtnerin zwei Eimer geben, los ab. Trude, wenn die Buben mit dem Sand zurück und über das Malheur verstreut, fegst Du es auf und schrubbst mit den Knaben die Küche.
Ich will hier wieder Ordnung. Sieglinde und Du beruhigst Dich wieder, Du schaust aus , als träffe Dich gleich der Schlag."
Nun wandte sie dem alten Mann zu und im selben scharfen Tonfall bellte sie ihn an.
" Ist es neuerdings zu Magdenburgen üblich , das der Bischof sein Essen selbst aus der Küche holen muss? Sagt Herr Heribert seid Ihr etwa verarmt?"
Allerdings der Spott in ihrer Stimme war der guten Barbara deutlich anzuhören.
"Also bitte, was sucht der Erzbischof von Magdeburg in unserer Küche und was habt Ihr mit der Suppe angestellt? Woher ich es weiss? Nun Heribert ,Logik, simple Logik, hr standes als einziger zu nahe am Geschehen, die Buben undie Magd hocken verschreckt in der Ecke und die gute Sieglinde wäre beinahe dem schlagfluss zum opfer gefallen! Also Herr Heribert, war denn unsere Suppe derart miserabel , das ihr den Topf ausschütten musstet? Ach so und nebenner Ihr solltet Eure Kleidung säubern, Ihr habt Euch bekleckert!"
Streng und strafend ruhe der Blick Barbaras auf Heribert von Mansfeld, welcher sich immer noch den Mund hielt, er sah im Moment nicht gerade vorteilhaft oder bischöflich-würdevoll aus, eher wie der ertappte Sünder.
erst jetzt fiel ihr ein das sie sich ja dem alten Mann nicht vorgestellt hatte.
" Verzeiht das ich es , bei dem Wirrwar vergass, ich bin Mutter Barbara, Ordensoberin und Hausherrin zu St.Barbara."
Das änderte jedoch nicht an ihrem nachwievor strengem Blick.

Sieglinde

Nonne des St.-Barbara-Klosters zu Frohse an der Elbe

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15

Dienstag, 9. April 2019, 23:26

Der erste Eindruck war oft der richtige. Ganz koscher war der Erzbischof von Magdeburg Schwester Sieglinde von Anfang an nicht vorgekommen. Entweder war der Mann leicht wahnwitzig oder schlichtweg an Demenz erkrankt. Jedenfalls passierte das, was passieren musste, denn Heribert von Mansfeld stellte sich derart dämlich, dass er sich selbst an der Suppe verbrannte, dabei war Sieglinde drauf an dran gewesen, das Unvermeidliche doch noch abzuwenden, doch der greise Alte war flotter als gedacht. Sekunden später tat es einen gewaltigen Schepperer und der Suppeninhalt verteilte sich auf dem Fußboden. Zu allem Überfluss kam genau in diesem Moment auch noch die Mutter Oberin herein.
"Ja ist das denn die Möglichkeit!", zischte Sieglinde, die wie automatisch zu ihrem Kochlöffel griff und dem Mansfelder fast eine Ordentliche aufgehauen hätte, sich aber im letzten Moment doch angesichts seines hohen Standes zusammenreißen konnte.
"Verzeiht das Durcheinander, ehrwürdige Mutter Oberin", sprach Sieglinde schließlich zur selben, die ebenfalls außer sich schien. Sieglindes Kopf war wohl wirklich noch röter als sonst schon. Sie brummte unverständlich in ihren Damenbart hinein und schritt erstmal ein paar Meter beiseite, um sich nicht doch noch zu vergessen.
Nun mussten die armen Küchenjungen es aushalten, denn an denen ließ die resolute Schwester die eigene Wut aus. "Was starrt ihr so dämlich?! Schaut gefälligst, dass ihr aus dem Lagerraum etwas anderes Essbares auftreibt! Himmel Herrgott noch einmal!" Da man sich bereits in der vorösterlichen Fastenzeit befand, konnte man dem Erzbischof ja schlecht Fleisch und Wurst anbieten. Aber irgendetwas würde sich wohl auftreiben lassen. "Zur Not kocht man die vortägige Suppe abermals auf, ehrwürdige Mutter." Dass diese drei Tage alt, abgestanden und eigentlich nur mehr für die Viecher geeignet war, verschwieg Sieglinde geflissentlich. Dem verkalkten Heribert fiele es wohl ohnehin nicht auf. Es lief dann wirklich darauf hinaus, und nachdem die Sauerei durch Trude beseitigt worden war, kochte man die abgelaufene Suppe auf.

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Donnerstag, 11. April 2019, 14:57

Als wäre die verbrannte Lippe nicht genug, kam zum Unheil noch hinzu, daß dem Erzbischoff ward der grosse Topf auf den Fuß gefallt. Nur wahrlich schwerlich konnte der Mann sich die verschiedensten Flüche vermeiden, war man hier doch in einem Kloster voll von unschuld'gen Frauen, die er mit seinen obszönen Flüchen nicht ihrer Unschuld berauben wollte! Da tauchte eine Frau auf, die ihre ganz sicher schon vor langer Zeit verloren hatte, sie wirkte gar ganz burschikos und machte eine strenge Miene, die ihrem bübischen Gesicht etwas Erheiterndes verlieh. Sie rief ein paar sanfte Befehle und fragte den Bischoff dann, seit wann man in der Küche äße und ob der Herbert denn verarmt sei. Wie illuster dieser Gedanke doch klang, war der Erzbischoff doch alles andere als arm, denn er war ja schließlich noch Domkapitular von Halberstadt, Hildsheim usw. und konnte sich über Einnahmen nicht beklagen! So gluckste er und grinste er und liess das Geschwätz der burschikosen Frau unkommentiert.
Daß man ihn indes in die Küche geführt hatte zu Sieglinde, dem magischen Geschöpf, dass der Herr Gott selbst geformt haben mußte, schien die Frau nicht zu sehr zu interessieren. Sie sinnierte nun über die verschüttete Supp' und entpuppte sich schlußendlich als Mutter Oberin, die das Kloster leitete. Den Namen hatte der Alte aufgrund seiner altersbedingten Schwerhörigkeit nur halb verstanden.
"Die Freud' ist ganz meinserseits, Frau Rhabarbara!", rief Herbert hoch erfreut und schüttelte der Frau wild die Hand. Hätte er einen Hut getragen, so hätte er diesen kurz gelupft, denn trotz allem schien Barbera ja immerhin ein Weibsbild zu sein. "Schön, daß Ihr uns mit Eurer Anwesenheit beehrt, mir wurde gesagt Ihr seid nicht abkömmlich. Hat der Herrgott Euch nun Einhalt geboten und Euch doch zu mir gesandt, wie?", keckerte er lachend und Sieglinde meinte, man würde nun die vortägige Suppe aufwärmen. "Suppe ist für alte Menschen ohne Zähne und kalte Wintertage! Lasst einen meiner Begleiter ein Wildschwein schiessen, so daß uns sei beschert ein wahres Festmahl!" Er nickte ganz begeistert von dieser seiner eigenen Idee. "Das würde Euch doch sicher auch gefallen, oder, Frau Barbarossa?"

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Donnerstag, 11. April 2019, 15:40

Barbara lächelte etwas geqält ob der Verzerrung ihres Namens, gab es aber dem Mansfelder in gleicher Münze zurück.
"Eine gute sehr gute Idee meinen lieber Hurenbert, wenn ich das recht mitbekam, die gute Clara brusselte so etwas, ist ein gewisser Wilhelm von Hadmersleben, einer Eurer Männer? Er ist der Bruder und ich meine damit leiblich gesehen, unserer Mitschwester Anna. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trüg, so sind die Hadmersleber immer gute Jäger geswesen, auch der älteste, Bischof Bernhardus. Also erlaubt, mein guter Huribert, das Euer Wilhelm auf die Jagd geht, ich erteile derweil unserer Anna die Genehmigung, ihren Bruder zu begleiten. So schlagen wir mehre Fliegen mit einen Klatsche, wir bekommen unser Wildbrät und die Geschwister können sich ungestört unterhalten.
Ach sagt an woher, kennt ihr den Spitznamen meines Herrn Papa? Jener wurde tatsächlich Barbarossa, also Rotbart genannt.
Mein guter Erzbischof lasst uns ins Refektorium gehen und dort weitersprechen."
Sprach es und rauschte davon, aber so schnell konnte ihr der Mansfelder nun auch nicht folgen.

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Samstag, 13. April 2019, 19:08

Während die falsche Anrede des Heribert an die Frau Mutter Oberin dem Alter geschuldet war - war Herbert doch nicht jünger als 91 Jahr; es liess ja schliesslich so einiges nach im Alter, so sprach ihn die Nonne ganz wundersam an und gebrachte obszöne Begriffe, die in einem Kloster noch nie gern gehört gewest; und das mit voller Absicht, weil die frech und unverschämt war oder einfach nur an Hauptblödigkeit litt.


"Frau Mutter Oberin!", rief Herbert ernsthaft aufgebracht und starrte das burschikose Weibsbild an. "Ich verbitte mit eine solche Sprache in den heil'gen Hallen Gottes, die Ihr mit Eurer Fäkalsprache entweiht! Zudem sprecht Ihr mit einem Erzbischoff der Heiligen Römischen Kirche, Respekt scheint Euch ein Fremdwort zu sein!" Zu den beiden jungen Menschen, die da warn ein Jüngling und ein Mädel, und die nun damit begannen, das verschüttete Süppchen aufzuwischen, sprach der Herr Erzbischoff: "Ihr zwei geht Euch schleunigst die Ohren waschen und daß ich ja nie solche Gossensprache aus euren Mündern höre! Ab mit euch, sofort!" Alsdann die Kinder warn gegangen, schüttelte der gute, fromme Herbert den Kopf und blickte erneut zur Frau Barbera. "Einem unverschämten Weib wie Euch sollte es nicht gestattet sein, ein Kloster zu leiten! Frech seid Ihr zu einem alten Mann und ERZBISCHOFF und nehmt so dreckige Worte in den Mund! Nein, nein, zum Essen ist die Stimmung mir vergangen. Ich reise ab!" Keine Minute länger wollte er bleiben in einem Kloster, in dem die Leiterin gar zerfressen war, ein Kloster, das mehr glich Sodom und Gomorrha als einem götterlichen Kloster! "Ihr werdet noch von mir hören, Frau Rhabarbara, das versichere ich Euch!" Frohse an der Elbe lag schließlich in seiner Erzdiözese, weswegen ein leichtes für ihn war, gegen dieses Mannsweib vorzugehen.

"Frau Sieglinge, es tut mir leid, daß Ihr leben müßt mit solch einer Schmach, doch seid versichert, daß es in der erzbischöfflichen Küche immer guten Personals bedarf!!" Damit verliess Herbert erhobenen Hauptes die Küche, nicht ohne dabei über den Eimer zu stolpern, in dem die Kinder Putzwasser herbeigeschleppt hatten, das sich nun über den Boden des Zimmers ergoß. "Guten Tag!"